Missstände

Schweinebetrieb im Visier


Die Schweinemastanlage in Klein Wanzleben steht unter Beobachtung von Behörden.
-- , Foto: Ariwa
Die Schweinemastanlage in Klein Wanzleben steht unter Beobachtung von Behörden.

Zehn Amtstierärzte haben in dieser Woche den Schweinemastbetrieb Gut Klein Wanzleben Schweinezucht GmbH kontrolliert. Agrarminister Dr. Hermann Onko Aeikens (CDU) ist von Tierschützern auf die Missstände aufmerksam gemacht worden und leitete die Ermittlungen ein. Dies bestätigte er gegenüber agrarzeitung.de.

Vor einer Woche hatte Aeikens in seiner Regierungserklärung angekündigt, dass Betriebe, in denen wiederholt gravierende Verstöße festgestellt werden, müssten stärker beobachtet werden. Vorstellbar ist für ihn auch ein Tierschutzbeauftragter ab einer bestimmten Betriebsgröße.  

Auf dem Gut Klein Wanzleben herrschten schlimmste Zustände, die Angaben der Tierschützer Ariwa haben sich in allen Punkten bestätigt, heißt es gegenüber agrarzeitung.de. Es fehle Trinkwasser, kranke Ferkel würden unsachgemäß getötet und die Schweine liegen in viel zu kleinen Kastenständen.

Drei Tierhaltungsbetriebe unter Beobachtung

Damit ist es der dritte große Tierhaltungsbetrieb, der in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Monaten wegen gravierender Missstände ins Visier der Behörden geraten ist. Der Landkreis Saalekreis ermittelt gegen das Schweinmastunternehmen Saza GmbH, Großkayna. Die Tiere stehen in verdreckten und zu kleinen Ställen, lautet der Vorwurf. Mittlweile wurde der Bestand um 3.000 Schweine reduziert, teilt der Mitteldeutsche Rundfunk, mdr, mit. Gegen den Betreiber der Anlage läuft ein Verfahren. Wegen andauernder Verstöße wird ein Tierhaltungsverbot angestrebt.

Um dieses Verbot streiten sich aktuell vor Gericht der Landkreis Jerichower Land und der niederländische Schweineproduzent Adrianus Straathof. Die Haltungsbedingungen in den rund 23 Schweinemastanlagen von Straathof stehen seit Wochen in der Kritik. (da)
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