Meyer habe sich in einer ersten Stellungnahme zum Betrugsfall gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) "entsetzt" über den Vorgang gezeigt. Gleichzeitig habe er jedoch betont, dass es sich um einen Einzelfall handeln müsse. Daraus dürften keine Rückschlüsse auf die gesamte Branche gezogen werden, habe Meyer geäußert.

Der  ISN-Vorsitzende Heinrich Dierkes erkennt in der Reaktion Meyer's einen "Tunnelblick": "Wenn es nicht Meyer's Lieblingsorganisation betreffen würde, hätte er genau andersherum argumentiert und - wie in der Vergangenheit bereits mehrfach geschehen - sofort die Systemfrage gestellt", wird Dierkes in einer Mitteilung der ISN zitiert. 

Aus Sicht des ISN-Vorsitzenden bestehe jedoch auch für die konventionellen Tierhalter keinesfalls Grund zu irgendwelcher Schadenfreude. Die Unregelmäßgkeiten bei Neuland hätten nicht nur einen hohen Vertrauenverlust für Neuland zur Folge, sondern gleichzeitig einen Imageschaden für die gesamte Landwirtschaft.

Die ISN fordere daher eine rasche und gründliche Aufklärung des Falles sowie klare Konsequenzen. Das ganze System Neuland gehöre auf den Prüfstand. Die Schuld für den Vorgang dürfe nicht nur der Führungsriege der betreffenden Vertriebsgesellschaften zugeschrieben werden. 

Bei aller Wertschätzung gegenüber dem Betrieb und auch der Organisation Neuland müssten alle Fakten auf den Tisch. Nach dem Willen von Agrarminister Meyer sollten rund 40 dem Programm Neuland angeschlossene schweinehaltende Betriebe als Maßstab gelten für die übrigen rund 6.400 in Niedersachsen, so die ISN. (jst)
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