Nach jahrelangem Streit um die geplante Schweinemastanlage in Haßleben (Uckermark) hat das Verwaltungsgericht Potsdam die Genehmigung für die umstrittene Anlage in mündlicher Verhandlung aufgehoben. In der Anlage sollten fast 40.000 Schweine gemästet werden. Aus Sicht der Richter sei diese jedoch schon aus bauplanungsrechtlichen Gründen nicht zulässig. Damit war die Klage von Umweltaktivisten und Tierschützern gegen das Landesumweltamt erfolgreich.

Die Behörde hatte die Anlage im Jahr 2013 genehmigt. Ein niederländischer Unternehmer wollte im brandenburgischen Haßleben ursprünglich eine Mastanlage für 80.000 Schweine bauen, genehmigt worden sind rund 37.000 Plätze. Gegnern ist auch diese Zahl zu hoch. Sie befürchten schädliche Auswirkungen auf die Umwelt.

In einer ersten Reaktion begrüßt der Bauernbund Brandenburg die Aufhebung der Genehmigung. "Wir brauchen eine Initiative zur Änderung des Baugesetzbuches , die den Bau überdimensionierter Anlagen im Außenbereich erschwert", wird Bauernbund-Vorstand Reinhard Benke in einer Mitteilung zitiert. Die Landesregierung sei nun aufgefordert, Konsequenzen aus dem Urteil zu ziehen. Eine Vereinbarung, über den Bundesrat eine Änderung des Baugesetzbuches zu erwirken sei bisher nicht umgesetzt worden, kritisiert der Bauernbund, der sich  als Vertretung der bäuerlichen Familienbetriebe im Land Brandenburg bezeichnet. 

Zu DDR-Zeiten stand in Haßleben bereits eine Schweinemastanlage mit mehr als 100.000 Tieren. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre geschlossen. (Sz/jst)
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