Die Schweizer Bundesregierung, will ab kommendem Jahr die Direktzahlungen jährlich um 60 Mio. Franken kürzen. Dieses Vorhaben stößt auf heftige Kritik der Bauernvertretung. Aber auch das Parlament, der Nationalrat, hat sich vergangene Woche dagegen ausgesprochen, den Rotstift bei den Bauern in diesem Ausmaß anzusetzen, teilt der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) in Bern mit.

Das zentrale Ziel des Landwirtschaftlichen Verordnungspakets ist nach Angaben des Bundesrats die weitere administrative Vereinfachung der Agrarpolitik. So sollen bestimmte Aufzeichnungen bei den Ressourceneffizienz-Maßnahmen aufgehoben werden. Die für die Bauern schmerzhaften Elemente dieses Pakets betreffen das „Stabilisierungsprogramm 2017 bis 2019". Dabei sollen ab 2017 jährlich rund 60 Mio. Franken bei den Direktzahlungen eingespart werden. Dies will die Regierung unter anderem durch Kürzungen bei den Basisbeiträgen zur Versorgungssicherheit und für Biodiversitätsflächen sowie bei den sogenannten Übergangsbeiträgen erreichen.

Eine Kürzung der Bundesbeiträge sei angesichts der bereits tiefen Einkommen für die Landwirte und ihre Familien nicht verkraftbar, mahnt der Schweizer Bauernverband (SBV). Erfreulich sei, dass sich der Schweizer Nationalrat Ende vergangener Woche gegen die Sparpläne des Bundesrates ausgesprochen habe. Gegen Einsparungen wehrten sich vor allem SVP und CVP. Die Mehrheit der Abgeordneten wollte den Bauern nicht die Mittel kürzen, während die Umsetzung der letzten Agrarreform noch im Gang ist. (AIZ)
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