Ackerlandkauf

Schweizer Bauern sorgen für Unmut


Schweizer Bauern haben in den vergangenen Jahren kräftig in den Kauf von Ackerland investiert – und zwar in Deutschland. Durch den starken Franken und im Vergleich zu Deutschland höheren Subventionen können sie deutlich höhere Bodenpreise bezahlen als ihre badischen Kollegen. Äußerst aktiv sind die Schweizer auch auf dem Pachtmarkt. Insgesamt hat die von der Schweiz aus bewirtschaftete Fläche in den vergangenen 15 Jahren deutlich zugenommen. Im Landkreis Konstanz bewirtschafteten Schweizer Landwirte im Jahr 2000 noch 989 ha und im vergangenen Jahr bereits 1.478 ha. Im Kreis Waldshut stieg die Fläche von 652 ha auf 1.043 ha. Mehr als verdoppelt haben sich die Flächen, im Besitz der Schweizer Landwirte: im Landkreis Konstanz von 201 auf 512 ha und in Waldshut von 424 auf 952 ha, teilte die Landesregierung in diesem Jahr in einer Antwort auf eine Anfrage im Landtag mit.

Vertreter der Landwirtschaft in Deutschland kritisieren, dass die Schweizer Landwirte Wettbewerbsvorteile genießen und die Preise in die Höhe treiben. Die Preise für landwirtschaftliche Flächen seien durch die Nachfrage aus der Schweiz gestiegen, bestätigt das Landwirtschaftsministerium in Baden-Württemberg. Von deutschen Landwirten wird zudem bemängelt, dass die Schweizer Landwirte Flächenprämien der EU erhalten, ohne die Einhaltung der Cross-Compliance-Regeln nachweisen zu müssen. Insgesamt würden so ohne entsprechende Kontrollen jährlich 60.000 € aus EU-Mitteln in die Schweiz fließen.

Auch durch ein weiteres Privileg der Grenzgänger aus der Schweiz fühlen sich deutsche Landwirte benachteiligt. Die Schweizer Bauern dürfen ihre grenznah erzeugten Lebensmittel zollfrei in die Schweiz einführen, während für Exporte deutscher Landwirte Einfuhrabgaben fällig werden. (SB)
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