Eine Mehrheit der Schweizer Landwirte beurteilt die Agrarpolitik in den Jahren von 2014 bis 2017 als negativ. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die der Schweizer Bauernverband (SBV) zusammen mit den Schweizer Milchproduzenten dieses Jahr durchgeführt hat. Häufigste Kritikpunkte sind der hohe administrative Aufwand, der starke Anreiz zur Extensivierung, die ungenügenden und unvollständigen Informationen und die Unsicherheit bezüglich der Anforderungen bei den neuen Programmen.

Geringes Wachstumspotential

Häufig wird auch die Befürchtung geäußert, die neue Agrarpolitik verursache eine sinkende Wirtschaftlichkeit und abnehmende Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe. 60 Prozent der Betriebe erwarten in Zukunft sowohl niedrigere Produkterlöse als auch niedrigere Direktzahlungen und sinkende Einkommen, während nur 10 Prozent auf eine Verbesserung der Situation hoffen. Bei der Frage nach den größten Herausforderungen nennen die Betriebe an erster Stelle die Sicherung eines angemessenen Einkommens. Die Landwirte wollen dies durch Wachstum oder Nebenerwerb erreichen. Das Wachstumspotential wird allerdings generell als gering eingestuft, dies sei eine direkte Folge der vielen flächengebundenen Beiträge. Als große Chancen sehen die Betriebe am häufigsten die hohe Qualität der Produkte und die Labelproduktion.

Betriebe wirtschaften extensiver

Die aktuelle Agrarpolitik zeigt Wirkung, stellt der SBV fest. Etwa ein Fünftel der Betriebe will extensiver wirtschaften und den Ressourceneinsatz bei Kraftfutter, Handelsdünger und Pflanzenbehandlungsmitteln senken. Ein großes Anliegen sei vielen Landwirten aber auch, ein angemessenes Einkommen aus dem Verkauf ihrer Produkte erwirtschaften zu können, denn darauf begründe sich ihr Berufsstolz, so der Verband. (SB)
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