Weltgesundheitstag

Sichere Lebensmittel im Fokus


Für die Lebensmittelsicherheit entstehen ständig neue Bedrohungen, mahnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Den Weltgesundheitstag, der alljährlich am 7. April stattfindet, stellt die WHO in diesem Jahr unter das Motto „Lebensmittelsicherheit: Vom Bauernhof zum Teller“.

Risikofaktor globaler Handel

Lebensmittelsicherheit endet nicht an der Ladentheke. Auch in den Küchen der Verbraucher müssen Hygieneregeln eingehalten werden.
-- , Foto: Arkadius Neumann/pixelio
Lebensmittelsicherheit endet nicht an der Ladentheke. Auch in den Küchen der Verbraucher müssen Hygieneregeln eingehalten werden.
Die Zunahme des Reise- und Handelsverkehrs erhöht nach Einschätzung der Organisation die Wahrscheinlichkeit einer grenzüberschreitenden Ausbreitung von Lebensmittelverseuchungen. Auch die Industrialisierung der Landwirtschaft oder die steigende Anfälligkeit einer alternden Bevölkerung für Erkrankungen seien für die Lebensmittelsicherheit relevante Faktoren. Lebensmittel, die schädliche Bakterien, Viren, Parasiten oder chemische Substanzen enthalten, sind laut WHO für mehr als 200 Krankheiten akuter wie chronischer Art verantwortlich, die von Durchfallerkrankungen bis zu verschiedenen Krebsformen reichen.

310.000 Lebensmittelinfektionen in Europa

Im Jahr 2013 seien in der Europäischen Union und im Europäischen Wirtschaftsraum 310.000 Fälle von bakteriellen Lebensmittelinfektionen gemeldet worden, von denen 322 tödlich endeten, teilt die WHO weiter mit. Im Jahr 2011 forderte die EHEC-Epidemie in Europa, die auf verseuchte Bockshornklee-Sprossen zurückgeführt wird, 55 Todesopfer. Die Verluste für die Landwirtschaft und die Industrie beziffert die WHO mit 1,3 Mrd. US-$. Die Experten der WHO sehen in den registrierten Lebensmittelinfektionen jedoch nur die „Spitze eines Eisbergs“. Es sei davon auszugehen, dass vor allem in Osteuropa das Ausmaß lebensmittelbedingter Erkranungen weitaus größer sei. Dort sieht das WHO-Regionalbüro für Europa auch noch größere Herausforderungen in Bezug auf das Überwachungs- und Meldewesen. Generell formulieren die Experten Ratschläge, wie die Landwirtschaftspolitik auf eine höhere Lebensmittelsicherheit hinwirken kann. Dazu zählt ein risikobasierter Überwachungsansatz, der die gesamte Lebensmittelkette umfasst. Zudem müsse eine hygienische Produktion und Verpackung von Lebensmitteln sichergestellt werden.

Verbraucher sind gefragt

Doch nicht nur die Landwirtschaftspolitik, sondern auch die Verbraucher sind gefragt, sich bei der Zubereitung ihrer Lebensmittel an grundsätzliche Hygieneregeln zu halten, so die WHO weiter. Darauf weist auch Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hin: „Die Verantwortungskette endet nicht an der Ladentheke: Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können dazu beitragen, lebensmittelbedingte Erkrankungen zu vermeiden, insbesondere durch die Beachtung der wichtigsten Hygiene-Regeln in der eigenen Küche“, sagte der Minister heute in Berlin. Gleichzeitig lobte Schmidt „das hohe Maß an Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland.“ Dieses sei Ergebnis „eines differenzierten Lebensmittelrechts, verantwortungsvoller unternehmerischer Tätigkeit und eines risikoorientierten Kontrollsystems“. Schmidt betonte, dass Lebensmittel-Krisen „nicht an Grenzen halt machen“. Daher setze das Bundeslandwirtschaftsministerium auf das Thema Lebensmittelsicherheit einen Schwerpunkt seiner internationalen Zusammenarbeit. (pio)
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