Die Beseitigung des Hungers in der Welt bis spätestens zum Jahr 2030 hält Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller für ein lösbares Problem. Dies betonte er bei einer Fachkonferenz seines Ministeriums. Es sei ein Skandal, dass noch immer 800 Millionen Menschen weltweit hungern und rund zwei Milliarden Menschen chronisch mangelernährt sind.

Das Bundesentwicklungsministerium setzt auf eine professionelle und innovative Landwirtschaft als Motor für Entwicklung in ländlichen Regionen. Dies gilt auch für die Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“. Afrika ist hier der regionale Handlungsschwerpunkt. Denn hier liegen die Länder mit den gravierendsten Missstände in der Ernährungssituation und mit den höchsten Anteilen unter- und mangelernährter Menschen an der Gesamtbevölkerung. Außerdem wachse in Afrika - entgegen dem globalen Trend – die Zahl der Hungernden.

Für die Sonderinitiative stehen 2014 und 2015 insgesamt 630 Mio. € zusätzlich zum regulären Budget bereit. Damit investiert das das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nach eigenem Bekunden insgesamt deutlich mehr als 1 Mrd. € pro Jahr (2015: 1,4 Mrd. €) in ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung.

Zehn Kernländer

Um eine möglichst große Wirksamkeit zu erreichen, wurden zehn "ernährungsunsichere Kernländer" der Sonderinitiative identifiziert, so berichtet das BMZ. Darauf werde sich ein großer Teil der Maßnahmen und der eingesetzten Mittel der Sonderinitiative konzentrieren.

In Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Malawi und Sambia kommt demnach die gesamte Bandbreite des entwicklungspolitischen Instrumentariums zum Einsatz. In Burundi, Somalia und der Demokratischen Republik Kongo sowie im Jemen und im Südsudan werden die multilaterale und die nicht staatliche Entwicklungszusammenarbeit sowie die strukturelle Übergangshilfe verstärkt. Die staatliche bilaterale Zusammenarbeit im Bereich Ernährungssicherung tritt in diesen fünf Ländern in den Hintergrund oder ist dort gar nicht präsent.

Angepasstes Engagement

Die Auswahl dieser zehn Kernländer der Sonderinitiative stellt eine Richtschnur dar, schließt jedoch in einzelnen Fällen ein Engagement in anderen Ländern nicht aus. Die Auswahl einzelner Handlungsschwerpunkte ist von Land zu Land unterschiedlich. Entscheidende Aspekte sind die Interessenlage der Partnerländer, die Möglichkeiten, an bereits laufende Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit anzuknüpfen und die Erfolgsaussichten.

Die Sonderinitiative baut auf dem bestehenden Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in den Partnerländern auf. Die Sonderinitiative gestaltet globale Agenden aktiv mit. bringen unsere Erfahrungen in die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Finanzinstitutionen ein. Ein besonderer Fokus liegt 2015 auf der deutschen G7-Präsidentschaft. (az)
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