EU-Agrarpolitik

Sorge um Strukturen im Osten

"Die ortsansässigen Betriebe jetzt weiter zu schwächen kann nicht der Weg sein", sagte sie in einem Interview mit dem Informationsdienst AgE. In vielen ostdeutschen Regionen sei die Landwirtschaft ein Stabilitätsanker. Keinesfalls dürften große und kleine Betriebe gegeneinander ausgepielt werden. Auch müssten genossenschaftluche Unternehmen als gleichberechtigt anerkannt und dürften bei der Förderung nicht benachteiligt werden. 


Tackmann kritisiert Forderungen ostdeutsche Betriebe bei der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) überproportional zu belasten. Die Direktzahlungen hält sie aufgrund ihrer einkommenspolitischen Bedeutung für die Aufrechterhaltung einer flächendeckenden Landwirtschaft bis auf weiteres für unverzichtbar. Eine Kappung der Direktzahlungen halte sie nur für vertretbar, wenn die in einem Betrieb beschäftigten Arbeitskräfte angerechnet würden. Damit könne auch eine wirksame Vorkehrung gegen eine nach ihren Worten "Investorenlandwirtschaft" getroffen werden. Ziel müsse sein, Investoren von der Agrarförderungen auszuschließen, so Tackmann. Der Staat müsse Rahmenbedingungen so gestalten, dass Betriebe den Zugang zum Boden behalten. Nur so könne die Ressource Boden im Interesse des Gemeinwohls "vernünftig behandelt" werden. (jst)
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