Initiative Tierwohl

Sparen durch weniger Kriterien


In dieser Woche verkündet die Brancheninitiative Tierwohl (ITW) eine frohe Botschaft: 300 Schweinehalter dürfen von der Warteliste nachrücken. Dafür mobilisiert die ITW Reserven in Höhe von 9 Mio. €. Allerdings bekommen die Nachrücker nach den bisher geltenden Auszahlungskriterien nur 2 Jahre lang Geld. Danach soll laut ITW eine andere Lösung gefunden werden. Dazu finden derzeit Gespräche mit Beteiligten statt, darunter ist der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Interessengemeinschaft der Schweinehalter (ISN).

Weniger Kriterien für mehr Teilnehmer

Bekanntermaßen reichten die 85 Mio. € im Tierwohlfonds nicht aus, um alle Anwärter aus dem Geflügel- und Schweinebereich, in die Initiative mitaufzunehmen. Es fehlen rund 60 Mio. € für Schweinehalter und rund 8,5 Mio. € für Geflügelhalter. Das sorgte in der Vergangenheit für viel Kritik. Es wurde gefordert, dass der Handel mehr Geld in den Fonds einzahlen soll. Andere sprechen von Mogelpackung. Jetzt gibt es einen anderen Lösungsvorschlag: Demnach soll es ab 2018 nur noch zwei Kriterien geben, für die Tierhalter entlohnt werden. Etliche andere bisher frei wählbare Tierwohl-Kriterien sollen gestrichen werden, um mehr Geld zur Verfügung zu haben.

Großzügige Kalkulation schafft Spielraum

Die zusätzlichen 9 Mio. € seien aus verschiedenen Gründen frei geworden: Zum einen zahle seit September ein weiterer Händler, das Unternehmen Wasgau, in den Fonds ein. Ebenso wie die bislang teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zahlt Wasgau 4 Cent/ kg verkauftem Fleisch. Zum anderen hätten sich Betriebe abgemeldet, und rund 5 Prozent der Betriebe hätten das Audit nicht bestanden. Außerdem werde weniger Geld für die Verwaltung benötigt als angenommen. Man habe großzügiger kalkuliert. Über das zusätzliche Geld informiere man erst jetzt, weil erst der Jahresabschluss abgewartet werden sollte, heißt es von Seiten der ITW.

Flexibler Starttermin für Nachrücker

Die nun zum Audit zugelassenen Schweinehalter werden der Tierwohlinitiative zufolge Mitte April informiert. Die Landwirte können dann den Zeitpunkt selbst bestimmen, ab wann sie die angegebenen Tierwohlkriterien umsetzen möchten. Der jeweilige Starttermin kann zwischen 28. April und 28. September 2016 gewählt werden. Je später der Starttermin, desto kürzer kommen die Landwirte in den Genuss der bis 2018 befristeten Zahlung. Dass die Nachrücker einen individuell wählbaren Umsetzungszeitraum erhalten liegt daran, dass einige Kriterien wie die Ebermast etwas Vorlaufzeit benötigen. (has)
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