GVO

Séralini bringt neue Studie heraus


Eine kürzlich veröffentlichte Studie des umstrittenen Molekularbiologen Gilles-Éric Séralini nehmen die Grünen im Europaparlament zum Anlass, eine strengere Risikoüberprüfung bei der Zulassung gentechnisch veränderter Organismen (GVO) zu fordern. Die Studie von Séralini und dem hessischen Landwirt Gottfried Glöckner dokumentiert Untersuchungen von Todesfällen in der Milchviehherde auf Glöckners Betrieb zwischen 1997 und 2002. Zu dem Zeitpunkt hatte der Landwirt den gentechnisch veränderten (GV-) Mais Bt176 von Syngenta angebaut und verfüttert. Auffälligkeiten wie Leber- und Nierenprobleme bei den Tieren werden mit dem GV-Mais, der inzwischen nicht mehr auf dem Markt ist, in Verbindung gebracht.

Grüne fordern unabhängige Untersuchungen

Für die grüne Europaabgeordnete Maria Heubach belegt der Artikel von Glöcker und Séralini den „dringenden Forschungsbedarf“ zu GV-Futtermitteln. Etwa 60 GV-Pflanzen seien derzeit für den Import als Futtermittel in die EU zugelassen. Viele von ihnen würden nicht in Fütterungsstudien auf gesundheitliche Risiken untersucht. Die Grünen-Politikerin sieht EU-Kommission und Rat in der Pflicht, gesundheitliche Risiken von GVO „endlich von unabhängigen Wissenschaftlern“ untersuchen zu lassen.

Im Jahr 2013 hatte die EU-Kommission erstmals 90-tägige Fütterungsstudien für Neuzulassungen von GVO gefordert. In diesem Jahr wird Brüssel die Notwendigkeit von Fütterungsversuchen bei GVO-Zulassungen neu bewerten. Das EU-Forschungsprojekt GRACE hatte nach Angaben der Grünen im November 2015 dazu geraten, Fütterungsstudien bei der Zulassung von GV-Pflanzen wieder abzuschaffen. Die Grünen sehen bei dem Forschungsprojekt allerdings eine Voreingenommenheit zugunsten GVO. (pio)
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