Tierhaltung

"Stern TV" zeigt Schweine-Leid

Die Tierhaltung steht heute Abend erneut im Fokus. Der Erzeuger war zertifiziert.
-- , Foto: Screenshot
Die Tierhaltung steht heute Abend erneut im Fokus. Der Erzeuger war zertifiziert.

Nach den Aktivisten von "Ariwa" bekommt nun die "Soko Tierschutz" einen Sendeplatz im Abendprogramm. RTL zeigt heute ab 22.15 Uhr in seinem Magazin „Stern TV“ Filmaterial aus einem Schweinemastbetrieb in Merklingen/Baden-Württemberg.


Das Material stammt von dem 36-jährige Aktivisten Friedrich Mülln, der sich nach eigenen Angaben seit seiner Jugend für den Tierschutz engagiert und bei dem jüngsten Beitrag von „unsäglichen Haltungsbedingungen“ spricht. Der Erzeuger hat sowohl bei der Initiative Tierwohl (ITW) als auch dem QS-System mitgemacht.


Die Tierärztin Diana Plange und Robert Römer von der QS Qualität und Sicherheit GmbH aus Bonn werden als Studiogast das Gezeigte kommentieren. Römer hat sich bereits vorab geäußert. „Zustände, wie sie auf den Bildern zu sehen sind, verstoßen klar gegen die Haltungskriterien von QS. Der Betrieb wurde sofort von der Teilnahme am QS-System ausgeschlossen. Zugleich wurde ein Sanktionsverfahren gegen den Betrieb eingeleitet“, heißt es in einer Stellungnahme. Bereits am 6. Oktober 2016 wurde die QS über die Zustände informiert. 


Auch die ITW hat reagiert und den Landwirt ausgeschlossen. "Wir waren von den Bildern schockiert", sagt eine ITW-Sprecherin. Nach Sichtung des Bildmaterials, das die Initiative vorab bekommen hatte, wurde unmittelbar vor Ort kontrolliert. "Leider haben sich die Eindrücke bestätigt." Bei dem letzten offiziellen Audit im Februar sei noch alles in Ordnung gewesen, erklärt die Sprecherin.  Neben der amtlichen Kontrolle engagierten sich Organisationen wie ITW oder QS, dass es solche Vorfälle nicht gebe. Und das sei auch ein Anlass, selbstkritisch Kontrollprozesse zu hinterfragen. Doch man dürfe auch nicht vergessen, dass die Hauptverantwortung bei dem Tierhalter selber liege, sagt die ITW-Sprecherin. Von diesem war bisher keine Stellungnahme zu bekommen. Er soll Mitarbeiter des Landratsamtes im Alb-Donau-Kreis gewesen sein. (kbo)
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