„Wenn zwei Bundesministerien grundsätzliche Auffassungsunterschiede zur Agrarpolitik haben, darf ein solcher Disput nicht mit einer millionenschweren steuergeldfinanzierten Werbekampagne ausgetragen werden.“ Vielmehr sei ein sachlicher Austausch der beiden Ressorts gefragt, berichtet heute die Osnabrücker Zeitung.

Im Morgenmagazin kritisiert Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) heute morgen die Kampagne. In einem Brief an seine Kabinettskollegin Barbara Hendricks (SPD) verlangt er eine Entschuldigung der Bundesumweltministerin an die Landwirte sowie einen Stopp der Plakatkampagne.

Auch der Präsident des IVA, Dr. Helmut Schramm, hat die „Neue Bauernregeln“-Kampagne des Bundesumweltministeriums scharf kritisiert. In einem Brief an Ministerin Barbara Hendricks schrieb er: „Ein erfreuliches Fazit der gerade zu Ende gegangenen Internationalen Grünen Woche war es, dass ein konstruktiver Dialog über Landwirtschaft wieder in Gang gekommen ist. Diese neue Qualität der Debattenkultur haben Sie ohne Not nachhaltig beschädigt.“

Schramm missfalle vor allem der grob vereinfachende Stil, heißt es weiter, denn „die Diskussion um die Landwirtschaft der Zukunft ist geprägt von Zielkonflikten wie dem zwischen Ressourcen- und Umweltschutz und der Ernährungssicherung für alle". Dieser Zukunftsaufgabe werde ein Denken in schwarz und weiß nicht gerecht. (da)
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