Milchkrise

Stilllegungsprämie für Ställe gefordert


„Game over" - so lasse sich die Situation für die Milchviehhalter in Deutschland beschreiben, sagte Benjamin Meise, Geschäftsführer der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH gestern in Berlin. Im Rahmen eines Informationsgesprächs des Deutschen Bauernverbandes (DBV) verwies der Leiter einer Milchviehanlage im brandenburgischen Fürstenwalde mit mehr als 700 Kühen auf die seiner Meinung aussichtslose Lage der Milcherzeuger. Bei dem derzeitigen Preisniveau würde jeder Betrieb täglich seine Verluste vergrößern, betonte er. Sollte sich die Lage nicht ändern, so würde auch er „in spätestens einem Jahr nicht mehr auf diesem Platz sitzen", sagte Meise. Bereits im vergangenen Jahr hätten sieben Prozent aller Betriebe aufgegeben, in diesem Jahr würden es noch einmal zehn Prozent sein. In der herrschenden Situation sei es für die Betriebe nahezu unmöglich noch Nachfolger oder auch Fachkräfte für den laufenden Betrieb zu finden.

Für eine rasche und wirksame Wende auf dem Milchmarkt schlage er daher vor, allein in Deutschland rund eine Million der vorhandenen Stallplätze stillzulegen und langfristig aus der Produktion zu nehmen. Einen Anreiz dafür könnte eine Prämie von 1.000 Euro pro Platz bieten, diesem entspräche einem Gesamtaufwand von 1 Mrd. €. Diese Investition des Staates würde durch einen wieder belebten Milchmarkt rasch zurückfließen, so Meise. (jst)

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