Wiederzulassung

Stimmung gegen Glyphosat kocht hoch

Ein mit Glyphosat behandeltes Feld in Nordhessen.
-- , Foto: mrs
Ein mit Glyphosat behandeltes Feld in Nordhessen.

Der Vorschlag missachte die negativen Auswirkungen des Pflanzenschutzmittels auf Tiere und Pflanzen, so der Nabu (Naturschutzbund Deutschland e. V.) in einer Mitteilung. Auch sehe der Entwurf weder eine Beschränkung der Privat-Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich vor, noch ein Verbot des Abspritzen von reifem Getreide zur erleichterten Ernte vor. Auf städtischem Grün, wie Parkflächen und Kinderspielplätzen, werde lediglich empfohlen, die Anwendung zu reduzieren anstatt sie zu verbieten. „Der jetzige Vorschlag ist eine Enttäuschung für den Umwelt- und Naturschutz in Europa. Außerdem wird der falschen Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich weiter Tür und Tor geöffnet“, kritisierte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Der Verein appellierte daher an die Bundesregierung, die Vermeidung negativer Folgen für die biologische Vielfalt zur Bedingung einer Wiederzulassung zu machen. Die Anwendung im Privatbereich müsse nach Ansicht der Naturschützer gänzlich verboten werden.

Zulassung sei nicht verantwortbar

Der Niedersächsische Agrarminister, Stefan Wenzel (Grüne), hält die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat ebenfalls für nicht zu verantworten. „Wenn die Zweifel an der Unbedenklichkeit nicht ausgeräumt werden können, darf es allein schon aus Vorsorgegründen keine Verlängerung der Zulassung geben", sagte der Minister. Wenzel erneuerte seine Forderung, dass künftig alle zur Bewertung eines Risikos verwendeten Studien öffentlich gemacht werden müssen.

Auch Harald Ebner, Sprecher für Gentechnik bei den Grünen, sieht den derzeitigen Vorschlag kritisch. "Die Bundesregierung und die anderen EU-Staaten dürfen diesem Vorschlag auf keinen Fall zustimmen", so Ebner in einer Mitteilung. Der Vorschlag der EU-Kommission sei ein Schlag ins Gesicht von über 1,3 Mio. EU-Bürgern, die die Europäische Bürgerinitiative für ein Glyphosat-Verbot unterstützt hätten.

Am kommenden Mittwoch soll der Vorschlag dem EU-Agrarausschuss zur Abstimmung vorgelegt werden. (mrs)

stats