DBV-Konjunkturbarometer

Stimmung hellt sich nur wenig auf

Aktuell ist der Konjunkturindex gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus Juni von 5,8 Punkte auf 13,1 Punkte angestiegen. Von Ende 2010 bis Mitte 2014 lag dieser Wert zwischen 30 und 35 Punkten, in der Spitze sogar bei 37 Punkten, teilt der Deutsche Bauernverband (DBV) mit. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.

Nur jeder fünfte Landwirt will investieren

Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen fällt auf 2,8 Mrd. €. Das ist der niedrigste Stand in den letzten zehn Jahren. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum sind das 1,1 Mrd. €, gegenüber dem Stand von vor zwei Jahren sogar 2,7 Mrd. € weniger. Nur 21 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren; vor einem Jahr waren es noch 28 Prozent, vor zwei Jahren 34 Prozent. Die Halbierung der Investitionen gegenüber früheren Jahren hat aus Sicht des DBV auch enorme Konsequenzen zu Lasten der Wirtschaftskraft ländlicher Räume. „Ohne Investitionen in eine leistungsfähige Landwirtschaft gehen auch viele Arbeitsplätze in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen verloren“, warnt der Verband.

Geringe Investitionen in Ställe und Maschinen

Innerhalb des geschrumpften Investitionsvolumens entfallen auf den Bereich Ställe und Stalltechnik 1,1 Mrd. € (gegenüber Vorjahr minus 0,6 Mrd. €, gegenüber Vorvorjahr minus 2,4 Mrd. €). Mit nur 0,8 Mrd. € fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen ähnlich aus wie vor einem Jahr. Gleiches gilt für die beabsichtigten Investitionen in die erneuerbaren Energien Biogas, Fotovoltaik und Windkraft mit 1,0 Mrd. €.

Liquiditätssituation entspannt sich leicht

Mit der etwas freundlicheren Einschätzung der aktuellen und künftigen wirtschaftlichen Lage geht eine gewisse Entspannung der Liquiditätssituation auf den Betrieben einher. 22 Prozent der Landwirte gaben im September an, dass die Liquiditätslage in ihren Betrieben angespannt oder sehr angespannt ist. Im Juni waren es noch 29 Prozent. Allerdings sind es unter den Futterbaubetrieben aktuell immer noch 34 Prozent, die Liquiditätsengpässe bewältigen müssen. Gut ein Fünftel der Landwirte (22 Prozent) äußert die Sorge, mehr oder minder Schwierigkeiten zu haben, bei ihrer Hausbank weitere Kredite zu bekommen. Im Osten Deutschlands liegt dieser Anteil sogar bei 33 Prozent. 8 Prozent aller repräsentativ befragten Landwirte sehen ihre Betriebe sogar in der prekären Situation, keine Kredite mehr von ihrer Hausbank zu bekommen. Aus Sicht der DBV untermauern diese Zahlen die Forderung nach Einführung von Betriebsmittelbürgschaften.

Milchbauern sehen Zukunft optimistischer

Mit dem Wert von 2,98 (auf der Notenskala von 1 bis 5) wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe etwas positiver beurteilt als die aktuelle wirtschaftliche Lage (3,41). Gegenüber Juni fällt die Einschätzung sowohl der aktuellen wirtschaftlichen Situation als auch der Zukunftserwartungen etwas positiver aus. Allerdings sind die Entwicklungen in den einzelnen Betriebsformen uneinheitlich. Futter- und Ackerbaubetriebe blicken optimistischer in die Zukunft. Die Zukunftserwartungen der Veredelungsbetriebe für die nächsten 2 bis 3 Jahre haben sich gegenüber Juni deutlich verschlechtert.

Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des VDMA Fachverbandes Landtechnik und der Landwirtschaftlichen Rentenbank in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zur aktuellen Runde im September 2016 befragte dazu das Marktforschungsinstitut Produkt + Markt rund 1.000 Landwirte und Lohnunternehmer in ganz Deutschland. (SB)
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