Eklat

Strafanzeige gegen Tierrechtler


Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und die Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis erstatten Strafanzeige gegen Animal Peace mit Sitz in München. Als „widerlich und menschenverachtend“ bezeichnet die AbL die „Verhöhung eines verstorbenen Landwirts“ und hat bei der Staatsanwaltschaft München I Strafanzeige gegen die Organisation gestellt. Die Kreisbauernschaft erstattet laut einer Mitteilung in Übereinstimmung mit der Witwe des verstorbenen Tierhalters Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Köln. Bei der Anzeige bezieht der Verband sich auf Paragraph 189 des Strafgesetzbuches, demzufolge Verunglimpfung des Andenkens eines Verstorbenen mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.
 
Der Auseinandersetzung vorangegangen war ein tragischer Unfall: Anfang Januar wurde ein 61 Jahre alter Milchviehhalter aus dem Oberbergischen Kreis bei Reparaturarbeiten im Stall von einem Bullen angegriffen und tödlich verletzt. Auf dem Betrieb werden Medienberichten zufolge etwa 60 Tiere gehalten.

Animal Peace feiert den Unfall auf ihrer Webseite mit einem Artikel unter der Überschrift „Und wieder steht ein Held aus unserer Mitte auf: Ein Bulle nimmt Rache“. Das Tier habe „seinen Sklavenhalter angegriffen und tödlich verletzt“, heißt es weiter auf der Webseite. Dort kommentiert die Organisation auch die Reaktionen aus den Landwirtschaftsverbänden, Strafanzeige gegen sie zu erstatten, als „bauernschlaue Hetzkampagne von Hasspredigern“.

Die für eine kleinbäuerliche Landwirtschaft eintretende AbL fordert alle Bündnisse, die gegen „Megaställe“ eintreten und in denen Animal Peace möglicherweise mitarbeite, auf, „diese Organisation sofort auszuschließen“. Wer Bauern so bewusst diffamiere, habe keine Unterstützung verdient. In einer Demokratie dürfe jeder seine Meinung äußern, erklärt die Kreisbauernschaft Oberbergischer Kreis. Aber in dem Fall wurde „die Grenze des Erträglichen deutlich überschritten“. (pio)
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