Niedersachsen

Strategie gegen Resistenzen


Mehr Resistenzen
Antibiotikaresistene Bakterien werden zunehmend zum Problem. Das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) geht davon aus, dass jährlich 25.000 Menschen in Europa durch multiresistente Bakterien sterben. Der O'Neill Report prognostiziert für das Jahr 2050 bei einer unveränder­ten Zunahme der Antibiotikaresistenz jährlich 10 Millionen Sterbefälle weltweit durch antibio­tikaresistente Bakterien und eine damit einhergehende Reduktion des Bruttoinlandprodukts von 2 bis 3,5 Prozent. (mrs)
Antibiotika gehören zu den wichtigsten Medikamenten im Kampf gegen bakterielle Infektions­krankheiten. In den vergangenen Jahren hat allerdings der Anteil an antibiotikaresistenten Bakterien zugenommen. Diese Bakterien haben sich Eigenschaften angeeignet, die sie ge­gen ehemals für sie tödliche Antibiotika schützen. Die Folgen sind schwerwiegend: Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien gehen oft mit einem ernsteren und längeren Krankheitsverlauf und einer höheren Sterberate einher als Infektionen mit sensiblen Bakterien.

Die Niedersächsische Landesregierung hat daher für die Dauer von zwei Jahren einen interministeriellen Arbeitskreis ins Leben gerufen. Beteiligt sind die Ministerien für Gesundheit, für Ernährung, für Umwelt sowie das Wissenschaftsministerium. Aufgabe des Arbeitskreises ist unter anderem, eine gemein­same Strategie zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen zu entwickeln und zu beglei­ten.

Erste Ergebnisse zur Strategie stellte der Arbeitskreis am Montag dem Kabinett vor. Die Strategie identifiziert neun Handlungsfelder. So sollen etwa sowohl bei Menschen als auch bei Tieren weniger Antibiotika als bisher eingesetzt werden. Antibiotikaverbrauch und Resistenzentwicklungen sollen überwacht und bewertet, Übertra­gungen von resistenten Erregern durch bessere Hygiene eingeschränkt werden. Daneben spielen Aus-, Fort- und Weiterbildung, Information, Umwelt, Forschung und Vernetzung eine wichtige Rolle.

In der kommenden Woche soll die jetzt vorgelegte Strategie mit weiteren Expertinnen und Experten der Human- und Veterinärmedizin, des Tier-, Um­welt- und Naturschutzes sowie der Land-, Wasser- und Lebensmittelwirtschaft diskutiert werden. (mrs)





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