Thüringens Bauernpräsident Helmut Gumpert sieht die Mäuseschar auf den Äckern sich immer weiter vermehren. Mittlerweile sei die Landwirtschaft auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen betroffen. Der erwartete Zusammenbruch der Nagerbestände sei noch immer nicht erfolgt. Um die Ernte überhaupt sicherzustellen, sei nun eine effektive und wenig arbeitsaufwendige Bekämpfung der Nagetiere notwendig, argumentiert er. Er fordert eine Sondergenehmigung für Streuköder mit dem Wirkstoff Clorphacinon.

Bei Weizen- und Rapsbeständen, die mittlerweile eine Höhe von 30 cm erreicht haben, bestehe keine Gefahr mehr, dass Greifvögel vergiftete Mäuse greifen, sagt er gegenüber der Thüringer Landeszeitung. Zusätzlich bringt Gumpert in Spiel, dass über Mäusekot ansteckende Krankheiten übertragen werden. Bei der Ernte könne der Mäusekot ins Getreide gelangen.

Naturschützer sehen noch keine so drängende Notwendigkeit Streuköder einzusetzen. Sie fürchten für den Rotmilan und andere Greifvögel, aber auch Füchse, dass diese vergiftete Mäuse fressen. Auf Füchse für die Mäusebekämpfung setzen auch die Förster in Thüringen, die ebenfalls von einer extremen Mäuseplage berichten. (brs)
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