Die Selbstversorgung Russlands soll bis zum Jahr 2020 gelingen. Die Landwirtschaft ist aber bereits unterwegs zu diesem Ziel, wie der russische Präsident Wladimir Putin in seiner jährlichen Ansprache an die Nationalversammlung verkündet. Langfristig dürfe die Selbstversorgung aber nicht genügen. Russland könne weit umfangreicher exportieren als heute, ist der Präsident überzeugt.

Die Exporte an Agrarprodukten haben zuletzt 20 Mrd. Rubel, rund 270.000 €, eingebracht und damit ein Viertel mehr als die Waffenexporte. Putin rechnete auch vor, dass Agrarexporte mittlerweile ein Drittel des Werts der Gasexporte ausmachen. An dem Erfolg seien sowohl große als auch mittlere und kleine landwirtschaftliche Unternehmen beteiligt, betonte er. Weiter verbessert werden sollten eigene Technologien für die Produktion, Lagerung und Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Außerdem nannte Putin die Züchtung und den Saatgutsektor als wichtige Basis für die russische Landwirtschaft. Die Wissenschaften sollen den Prozess voranbringen.

Selbstversorgung problemlos möglich

Den Bedarf der Bevölkerung an Getreide, Öl, Zucker und Kartoffeln kann Russland vollständig selbst decken, betonte der russische Landwirtschaftsminister Alexander Tkatschjow in einer Ansprache an die Staatsduma. 30 Mio. t Getreide seien in diesem Jahr für den Export übrig. Auch die Produktion von Gemüse und Buchweizen sei in diesem Jahr enorm gewachsen. Bei Mais, Soja und Öllein sei eine Rekordernte eingefahren worden. Die Schweine- und Geflügelhalter haben für eine um 5 Prozent gesteigerte Fleischproduktion gesorgt.

Lediglich den Milchsektor betrachten Präsident und Minister weiterhin mit einer gewissen Unzufriedenheit. Die Summe aus unterschiedlichen Entwicklungen habe zu keiner Produktionssteigerung geführt, summiert Tkatschjow. Den Selbstversorgungsgrad bei Milch beziffert sein Ministerium auf 81 Prozent, bei Rindfleisch auf 75 Prozent. Eine Million Kühe sollen bis 2020 in russische Ställe kommen, um die Versorgung zu gewährleisten.

Jedes Jahr sollen in die landwirtschaftliche Entwicklung 80 Mrd. Rubel, rund 1 Mrd. €, gesteckt werden, so Tkatschjow. Neben dem Milchsektor sollen auch Gewächshäuser gebaut und Apfelplantagen angelegt werden. Dann sollen dort 850.000 t Tomaten und Gurken sowie 1,3 Mio.t Äpfel wachsen. Außerdem sollen 50.000 ha Weinberge angelegt werden. (brs)
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