Bundesnetzagentur

Stromnetz häufig überlastet


In Deutschland müssen die Netzbetreiber immer häufiger in die Stromerzeugung eingreifen, um einen Blackout zu verhindern. Die Kosten für diese Maßnahmen sind im ersten Halbjahr drastisch gestiegen. Allein im ersten Halbjahr 2015 kostete die Netzstabilisierung 253 Mio. € (Vorjahr 187 Mio. €). Für das Gesamtjahr rechnet die Bundesnetzagentur mit einem „signifikanten Anstieg“, erklärte der Präsident der Behörde, Jochen Homann, heute in Bonn. 


Erstmalig konnte das Einspeisemanagement auf Bundesländer bezogen dargestellt werden. Dabei wird deutlich, dass die Länder mit einem großen Anteil an der Erzeugung aus erneuerbaren Energien besonders von Einspeisemanagementmaßnahmen betroffen sind, zum Beispiel Schleswig-Holstein. „Die Notwendigkeit eines zügigen Netzausbaus wird damit abermals unterstrichen", kommentierte Homann die Ergebnisse. 


Mehr Eingriffe
Die Maßnahmen zur Wahrung der Netz- und Systemstabilität sind notwendig, wenn einzelne Abschnitte überlastet sind. Die marktbasierten Eingriffe der Übertragungsnetzbetreiber in die Kraftwerksfahrweise, die sogenannten Redispatchmaßnahmen, haben im ersten Halbjahr 2015 (5.253 GWh) bereits die Gesamtmenge des Jahres 2014 (5.197 GWh) überschritten, so die Bundesnetzagentur. (SB)
Im ersten Halbjahr 2015 betrug die Menge der abgeregelten Einspeisung aus erneuerbaren Energien mit 1.464 GWh bereits 93 Prozent der Gesamtausfallarbeit des Vorjahres mit 1.581 GWh. Die geschätzten Entschädigungsansprüche belaufen sich im ersten Halbjahr 2015 auf 149 Mio. € (VJ: 183 Mio. €). Diese Kosten werden ebenso wie die Kosten für das Vorhalten und den Einsatz von Reservekraftwerken über die Netzentgelte an die Stromverbraucher weiter gegeben. (SB)
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