Biodiversität

Studie: Ökolandbau gut für die Artenvielfalt

Auf den Äckern des Öko-Landbaus ist die Vielfalt bis zu neunmal größer, so ein Ergebnis der Studie, die Wissenschaftler des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im Auftrag des World Wide Fund for Nature (WWF) erstellt haben. Ökologisch bewirtschaftete Ackerflächen weisen bei Ackerwildkräutern eine deutlich höhere Biodiversität auf als vergleichbare konventionelle Flächen und fördern damit die Bestände an Insekten und Feldvögeln, heißt es weiter.

Der Artenvielfalt auf der Spur
Die Erhebung ist Teil des Projekts „Landwirtschaft für Artenvielfalt“ (LfA) von WWF, Edeka, Biopark und dem ZALF. Dafür haben Wissenschaftler des ZALF insgesamt 155 ökologisch und konventionell bewirtschaftete Felder in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg untersucht.
Von Kornblume, Lämmersalat oder Feld-Rittersporn wachsen dort zudem bis zu zwanzigmal mehr Exemplare. Die Kräuter bedecken bis zu 37 Prozent der ökologisch bewirtschafteten Fläche. Im herkömmlichen Bereich sind es höchstens sieben Prozent.  Laut Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz des WWF Deutschland, sind viele Insekten, Vögel oder Säuger in hohem Maße abhängig von Ackerwildkräutern. Deshalb setze das Plus an Blütenpflanzen auf Ökofeldern eine positive Kettenreaktion in Gang, da bestäubende Insekten länger Nahrung fänden. Gebe es mehr Bestäuber und Insekten, komme auch der bedrohte Ortolan oder die immer seltener werdende Feldlerche leichter an Nahrung, erläuterte Heinrich.

Wegen des Rückgangs an Wildpflanzen befürchtet der WWF-Vorstand allerdings, dass ein Artenkollaps auf deutschen Feldern und Wiesen kurz bevor steht. Gelinge es aber, die Fläche des Ökolandbaus zügig erheblich auszuweiten, sei noch eine Trendwende möglich, so Heinrich. Notwendig sind dafür nach seiner Auffassung auch der völlige Verzicht auf Totalherbizide und ein Verbot von Neonikotinoiden in der Saatgutbehandlung. (mrs)
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