Schweinehalter

Süddeutsche Erzeuger wollen weiter kastrieren


Text der Petition
Gegen das Inkrafttreten des Gesetzes zum Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum 01.01.2019 aus Tierschutz- und Wettbewerbsgründen
( § 21 Tierschutzgesetz )
Wir fordern:
  • gleiche Wettbewerbsbedingungen für Schweinehalter innerhalb Deutschlands und der EU
  • keine durch freiwillige Vereinbarungen der Wirtschaft und nationale Alleingänge erzwungene Eberquälerei
  • stärkere Förderung der Erforschung geeigneter Betäubungs- und Schmerzmittel für Ferkel-Aussetzen des Verbot
Die Bundesregierung will die betäubungslose Ferkelkastration zum 1.Januar 2019 verbieten. „Da derzeit trotz intensiver Forschung keine zugelassenen und praxistauglichen Betäubungsmittel für Ferkel zur Verfügung stehen, bedeutet dies faktisch ein Verbot der Ferkelkastration in Deutschland“, kritisieren die Erzeugerorganisationen und Genossenschaften aus Bayern, BadenWürttemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Um die Pläne zu stoppen, haben die Verbände eine Online-Petition gestartet.

Sollte das Kastrationsverbot in Kraft treten, wäre die Existenz der Ferkelerzeuger und Schweinemäster, die wesentlich zur land- und fleischwirtschaftlichen Regionalität und Nachhaltigkeit in Süddeutschland beitragen, „ernstlich gefährdet“. Eine Umstellung auf die vom Lebensmittel-Einzelhandel und den Tierschutzorganisationen favorisierte Ebermast führt nach Ansicht der süddeutschen Erzeuger zu schwerwiegenden Problemen, auch im Tierschutz. „Eine solche Systemumstellung wäre in den kleinbäuerlichen landwirtschaftlichen Strukturen Süddeutschlands nicht flächendeckend realisierbar“, betonen die Organisationen.

Es zeichne sich zudem ab, dass das Eberfleisch sich nur teilweise für die Herstellung schützenswerter regionaler Schweinefleisch- und Wurstprodukte Süddeutschlands eigne. Es sei zu befürchten, dass das traditionelle Fleischhandwerk Süddeutschlands mit seinen besonderen traditionellen Produkten durch den Wegfall der Kastration von Ferkeln ebenso wie die Landwirtschaft gefährdet ist. Die Folge könnte eine Marktspaltung zwischen weiblichen und männlichen Tieren mit einem starken Preisanstieg für weibliche Tiere mit entsprechenden finanziellen Folgen auch für das Metzgerhandwerk sein. (SB)
stats