Milchmarkt

Sympathien für neue Verträge


Vor der Agrarministerkonferenz (AMK) in der kommenden Woche erhitzt das Thema Milchmarkt weiter die Gemüter. Bevor sich die Ressortchefs der Länder treffen, werden von verschiedenen Seiten Möglichkeiten ins Spiel gebracht, wie den Milcherzeugern in der derzeitigen Marktkrise unter die Arme gegriffen werden könne – etwa durch die viel diskutierte Mengensteuerung.

Während eines Milchgipfels Anfang der Woche in Berlin, zu dem die Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern Vertreter aus Politik sowie Land- und Milchwirtschaftsverbänden geladen hatte, wurde unter anderem diskutiert, die Milchabnahmeverträge zwischen Molkereien und Erzeugern anders zu gestalten. Das erfuhr agrarzeitung.de aus Teilnehmerkreisen. So können Mitgliedstaaten sich unter Berufung auf Artikel 148 der Gemeinsamen EU-Marktordnung dafür entscheiden, Eckpfeiler der Milchkaufverträge festzulegen. Vorgeschrieben werden kann etwa, dass die Milchauszahlungspreise für einen bestimmten Zeitraum im Voraus vertraglich garantiert werden. Heute ist eine rückwirkende Vergütung an die Erzeuger üblich.

Aus der Wirtschaft ist Kritik an solchen Vorverträgen zu hören. So könnten Molkereien Risikoabschläge geltend machen, also den Erzeugern im Vorhinein vorsichtshalber einen niedrigeren Milchpreis garantieren, selbst wenn sie im Nachhinein einen höheren Auszahlungspreis leisten könnten. Umgekehrt würden die Verarbeiter Gefahr laufen, den Preis im Vorhinein zu hoch anzusetzen, als die Marktlage später erlaubt. (pio)
stats