Die Gespräche über ein neues multilaterales Welthandelsabkommen befinden sich in akuter Gefahr, glaubt der Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo. Indien hatte sich Ende Juli geweigert, ein Getreidesubventionsprogramm zur Unterstützung Bedürftiger nach vier Jahren auf den Prüfstand zu stellen. Das bedeutete ein Stopp der Verhandlungen. Die WTO-Mitgliedstaaten zeigten sich uneins über das weitere Vorgehen.

Währenddessen könnte das derzeitige Agrar-Embargo Russlands das Handelsabkommen zwischen den USA und Europa voranbringen. Ein Bericht von Agra Europe, London, führt aus, dass die USA nach Verabschiedung des transatlantischen Handelsbündnisses TTIP einige Waren aufnehmen könnten, die zuvor gen Russland geflossen sind.

In Deutschland erhitzt das geplante Freihandelsabkommen dennoch die Gemüter. SPD-Chef Sigmar Gabriel verspricht seinen Genossen bei TTIP einem kritischen Diskussionsprozess. Am Wochenende werden beim SPD-Parteikonvent mehrere Anträge bis hin zu einem Aussetzen der Verhandlungen erwartet. „Das Freihandelsabkommen darf Arbeitnehmerrechte, Verbraucherschutz-, Sozial- und Umweltstandards nicht gefährden“, so Gabriel. (hed)
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