Tageskommentar Rohstoffe: Agrarmärkte weiter unter Druck

Der Abwärtstrend bei den Agrarmärkten setzte sich sowohl in Chicago als auch in Paris fort. Die schwache Weltwirtschaft mit dem Einbruch der Aktienmärkte gab die Richtung der Märkte zum Wochenanfang vor. Die herabgestufte Kreditwürdigkeit der USA wirkte entscheidend bei dieser Entwicklung mit. Besonders empfindliche Preisrücknahmen musste Raps in Paris einstecken. Rohöl gab ebenfalls nochmals nach.

Weizen: Der Septemberweizen schloss in Chicago mit den niedrigsten Kursen seit dem 12. Juli. Die Ängste um die aktuellen Weltwirtschaft und Erwartungen, dass Russland weiterhin auf dem Weltexportmarkt mitbieten will, führten den Markt ins Minus. Schon zu Beginn des Tages waren der deutliche Verfall bei den Aktien und die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA die Ursachen für einen deutlichen Verfall der Preise. Zusätzlich hatte der europäische Weizen über Nacht ebenfalls nachgegeben. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) meldete, dass 100.000 t US Hard Red Winter an eine unbekannte Destination für das Wirtschaftsjahr 2011/12 verkauft worden sind. Vom russischen Landwirtschaftsministerium war zu erfahren, dass fast 39,8 Mio. t der Getreideernte eingebracht und damit etwa 30 Prozent der Flächen abgeerntet sind. Der Ertrag könnte bei fast 3,0 t /ha liegen, im Vergleich zu 2,16 im vergangenen Jahr. Die gesamte Getreideproduktion wird auf 85 bis 90 Mio. t geschätzt. Im vergangenen Jahr waren es 61 Mio. t. Algerien beabsichtigt 50.000 t Weizen zu kaufen. Nach Börsenschluss gab Ägypten bekannt, 55.000 bis 60.000 t US Weichweizen und 60.000 t Mahlweizen kaufen zu wollen. Weizen in Paris verlor gestern bis zu 5,75 €/ t.

Mais: Dezembermais schloss in Chicago naturgemäß auch schwächer. Neben dem Druck der Aktien- und Finanzmärkte spielte das günstige Wetter für die meisten Regionen mit Maisanbau wieder seine Rolle. Das USDA meldete, dass 120.000 t US-Mais nach Ägypten für das Wirtschaftsjahr 2010/11 verkauft wurden. Die wöchentlichen Maisexporte kamen auf 31,7 Mio. Bushel. Diese Menge entsprach den Erwartungen, lag aber unter dem Durchschnitt der USDA–Prognose von 53,9 Mio. Bushel. In Paris lag der höchste Preisabschlag für Mais bei 9,25 €/t für den November 2012.

Sojakomplex: Der gesamt Komplex folgte gestern ebenfalls den Entwicklungen der anderen Märkte. Die Novemberbohne sah ihren niedrigsten Stand seit dem 6. Juli und blieb bis zum Schluss schwach, als auch das Schrot fast seinen niedrigsten Punkt erreichte und das Öl seinen niedrigsten Kurs seit dem 17. März erreichte. Obwohl das Wetter auch für den Sojabohnenanbau für die nächsten Wochen günstig aussieht, wurde die Ernte in der Kategorie gut bis exzellent in der wöchentlichen Beurteilung um fast ein Prozent herabgestuft.

Raps: In Winnipeg bestimmten ebenfalls Rückschläge den Verlauf des Futures für Canola. Die Angst vor einer Rezession in den USA führte zu aggressiven Liquidationen. In Paris musste Raps besonders empfindliche Rückschläge einstecken. Für November 2011 und Mai 2012 lag der Preis um 14,00 €/ t niedriger als am Freitag.

Rohöl: Rohöl konnte sich der allgemein schwachen Entwicklung auch nicht entziehen. Die Kurse gaben nochmals deutlich nach. (dg)
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