Tageskommentar Rohstoffe: Alterntige Rapspreise schwächen sich an der Matif ab


Am vorletzten Handelstag für den Maikontrakt gaben die Rapsnotierungen für die alte Ernte an der Matif nach. Die Weizennotierungen in Paris setzen ebenso wie Mais mit leichten Kursgewinnen ihre Aufwärtstendenz fort. In Chicago standen die Notizgewinne für Weizen im Zeichen von Shortabdeckungen. Die US-Maisnotierungen reagierten auf Anschlusskäufe Chinas mit höheren Kursen. Der Sojakomplex schloss für die Bohnen mit einem leichten Plus. Die Rohölnotierungen in New York legten wieder zu.
 
Weizen: Die Weizenkurse an der Matif zeigen sich in stabiler Verfassung und legten mit leichten Notizgewinnen für die alte Ernte etwas zu. Auch für die neue Ernte setzte sich die stetige Aufwärtstendenz fort, der November notierte 1,75 €/t fester. Die wöchentlichen EU-Exportzuschläge für Weichweizen lagen mit 306.000 t auf ähnlichem Niveau wie in den Vorwochen. In Deutschland wurden 67.000 t Exportlizenzen gezogen. Insgesamt haben sich Weichweizenexporte aus der EU in dieser Saison auf 14,7 Mio. t summiert.
In Chicago standen die Notizgewinne von 3 US-$/t für Weizen vermutlich im Zeichen von Shortabdeckungen. Auch der schwächere US-Dollarkurs und die festeren Maisnotierungen waren hilfreich. In Chicago gilt Weizen als Mitläufer und lässt über Short-Eindeckungen hinaus noch eigene Impulse vermissen. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 468.000 t entfielen zu über 60 Prozent auf die neue Ernte, denn am 1. Juni beginnt in den USA das neue Wirtschaftsjahr für Weizen. Für die alte Ernte haben die USA bisher etwa 93 Prozent ihrer Exportprognosen in den Büchern.
 
Mais: Anschlusskäufe Chinas von 250.000 bis 300.000 t US-Mais haben Hoffnungen der Spekulanten und Fonds an der Chicagoer Börse geschürt. Die Kurse zogen moderat an und stiegen wieder über psychologischen Stützungslinien sowie auf den höchsten Stand in diesem Monat. Nach den Käufen Chinas hat sich der Kapitalzufluss für die Maisfutures schlagartig erhöht: Die offenen Positionen stiegen an einem Tag um fast 16.400 Kontrakte an. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 1,2 Mio. t waren besser als erwartet und liegen in der vierten Woche hintereinander über 1 Mio. t.  Auch die festeren Rohölnotierungen hoben Stimmung in die Notierungen.
In Brasilien sollen der späte Mais schwächere Erträge als erwartet bringen. Man rechnet damit, dass die ursprünglichen Ernteerwartungen etwas reduziert werden. In Argentinien kommt die Maisernte nur langsam voran, denn die Farmer kümmern sich vorrangig um die Sojabohnenernte.
In Paris gab es nach den vorangegangenen Notizverlusten wieder ein leichtes Plus für Mais.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex gibt zurzeit nichts Neues her. Die südamerikanischen Ernten sind eingepreist und in Chicago können sich die Sojabohnen- und Sojaschrotpreise durch die Aktivitäten der Fonds auf stabilem Niveau halten. Die Kurse schlossen für Sojabohnen leicht im Plus, bei Sojaschrot gab es für die beiden vorderen Termine ein geringfügiges Minus. China hat 120.000 t US-Sojabohnen für die laufende Saison gekauft und der Kauf unterstreicht die logistischen Schwierigkeiten in Südamerika. Der jüngste Kauf dürfte die US-Exportbilanz für diese Saison etwas verbessern, denn Käufe Chinas in den USA für 2009/10 stehen in der laufenden südamerikanischen Sojabohnenernte eigentlich nicht mehr auf der Tagesordnung. Die wöchentlichen US-Exportzahlen für Sojabohnen der neuen Kampagne lagen bei 691.000 t.
 
Raps: Nach einem Kursrückgängen von 5 €/t für den heute auslaufenden Maikontrakt hat sich die Differenz zwischen der alten und neuen Rapsernte relativiert. Der Preisunterschied zwischen Mai und August lag nur noch bei 6,50 €/t und damit in einem üblichen Rahmen. Die Glattstellungen von Short Position dürften inzwischen weitgehend abgeschlossen sein. Heute Morgen weist die Matif noch 1.863 offene Positionen für Mai aus, die aber in dieser Höhe kaum zur Andienung kommen dürften. Die neue Ernte hielt sich mit Notizgewinnen von bis zu 0,50 €/t gut und der August über 300 €/t.
In Winnipeg schloss Canola-Raps für Mai nach kleineren Gewinnmitnahmen und verhaltenem Angebot mit einem leichten Plus. Wichtiger als Börsennotierungen waren die Regenfälle in den westkanadischen Schlüsselregionen für den Rapsanbau. Die Niederschläge wurden nach der Trockenphase dringend benötigt.
 
Rohöl: Mit schwächerem Dollarkurs und optimistischeren Konjunktureinschätzungen haben sich die Rohölpreise wieder auf über 85 US-$/Barrel befestigt. Die festeren Aktienmärkte, sowie die bessere Arbeitsmarktdaten in den USA, aber auch in Deutschland werden als Auslöser für den Anstieg genannt. Die Rohölpreise in den Opec Ländern sind dagegen gesunken. (St)
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