Tageskommentar Rohstoffe: Auf und ab und wenig neues an den Börsen


Die Agrarfutures an den Warenterminbörsen bewegen sich in einer engen Bandbreite und zeigen wenig Dynamik. Das auf und ab der Notierungen wird kurzfristig von den jeweiligen Positionen der Fonds, vom Dollarkurs oder den Rohölnotierungen bestimmt. Diesmal sorgte ein fester Dollar und schwaches Rohöl für Notizverluste in Chicago. In Paris schloss Weizen neutral, Raps gab etwas nach. 
 
Weizen: Die vorangegangene Gewinne der Chicagoer Weizennotierungen waren anscheinend überzogen, denn sie wurden in einer Minusbörse wieder weitgehend aufgezehrt. Ursächlich war diesmal der feste Dollarkurs. Das auf und ab hält an, je nach Positionierung der Fondsgesellschaften. Weizen folgt den Bewegungen von Sojabohnen und Mais, wenn nicht gerade eine kurzlebige Rallye mit Shortabdeckungen ansteht.
Die Weizennotierungen an der Matif konnten sich behaupten. Nach den vorangegangenen Notizverlusten ist die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Weizens an Exportmärkten gestiegen, zumal der Dollar unverändert Stärke zeigt.
 
Mais: Nach dem 5-Wochen-Hoch gab es eine leichte Korrektur für den US-Mais nach unten. Die Notizverluste durch Gewinnmitnahmen hielten sich bei dem festen Dollar und den deutlich schwächer Rohölnotierungen allerdings in Grenzen. Die vorangegangen Notizgewinne haben die Abgabebereitschaft der US-Farmer angeregt und die Verkäufe drückten auf die Notierungen.
Mit leichten Kursgewinnen konnten sich die Maisnotierungen an der Matif bei vergleichsweise gutem Handelsvolumen wieder fangen.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex präsentierte sich von seiner volatilen Seite. Trotz zwischenzeitlich deutlich festeren Notierungen schlossen die Kurse für Bohnen 3,30 US-$/t in Minus. Rohölnotierungen und der Dollar gaben letztendlich den Ausschlag. Die Sojaschrotnotierungen gaben etwas weniger nach und profitierten vom schwachen Sojaöl. Trotz der Schwankungen sieht es aus, als ob sich die Sojabohnennotierungen konsolidierten. Shortabdeckungen oder technische Käufe könnten die Wirkung der großen südamerikanischen Sojabohnenernten dämpfen. In Argentinien hat es teilweise erhebliche die Regenfälle gegeben und ein Teil der Felder steht unter Wasser.
 
Raps: Die schwachen Vorgaben von Rohöl und den Sojabohnen ließen den Rapsnotierungen an der Matif wenig Spielraum nach oben. Die kurzfristig festeren Sojabohnennotierungen fanden bei den Händlern wenig Vertrauen, milderten die Notizverluste vom Raps allerdings etwas ab.
In Winnipeg ignorierten die Canola-Notierungen den Sojakomplex und schlossen mit einem leichten Plus.
 
Rohöl: Der festere Dollarkurs setzte den Rohölnotierungen deutlich zu. Teilweise fielen sie bis zu 2 US-$/Barrel ins Minus. Ein schlechtes konjunkturelles Stimmungsbarometer in den USA drückte zusätzlich auf die Notierungen. In den vergangenen Monaten hatten sich Kursanstiege auf über 80 US-$/Barrel nur kurze Zeit halten können. Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank rechnet in diesem Jahr mit einer Bandbreite der Rohölpreise zwischen 70 und 110 US-$/Barrel. Die Internationale Energieagentur erwartet für 2010 ein Anstieg des globalen Ölverbrauchs von 1,9 Prozent. (St)
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