Tageskommentar Rohstoffe: Aussicht auf Regen lässt die Kurse purzeln

Die Aussicht auf Regenfälle in Argentinien für die kommende Woche hat für Preisdruck an den Terminmärkten gesorgt. In Chicago schlossen der Sojakomplex, Weizen und Mais mit deutlicheren Notizverlusten. Auch an der Matif ließen die Getreidenotierungen Federn. Raps konnte sich dagegen noch einigermaßen halten. Rohöl gab bei einem festen US-Dollarkurs ebenfalls nach.

Weizen: In Chicago fielen die Weizenkurse mit den schwachen Soja- und Maisnotierungen mehr als 7 US-$/t ins Minus. Ein fester US-Dollar drückte kräftig auf die Kurse. Für Weizen fehlten weiterhin schlagkräftige Argumente für ein höheres Preisniveau. Bei der jüngsten Rallye war Weizen im Prinzip nur Mitläufer oder profitierte von Shortabdeckungen.
An der Matif setzen sich die technischen Korrekturen für den Frontmonat Januar mit einem Minus von 6 €/t fort. In zwei Tagen hat der Fronttermin 12 €/t verloren und der inverse Markt zum Folgetermin März hat sich fast abgebaut. Die übrigen Termine notierten 2 €/t im Minus. Für die laufende Woche hat die EU-Kommission Exportlizenzen von nur 136.000 t erteilt.

Mais: Chancen auf Regenfälle in Argentinien ab Mitte der kommenden Woche setzten die Maiskurse in Chicago unter Druck. Die Notierungen gaben 6 US-$/t nach. Die Käufer hielten sich aus Furcht vor möglichen bärischen Tendenzen zurück. Ein festerer Dollar und gedrückte externe Märkte verstärken die Schwäche zusätzlich. Im brasilianischen Bundesstaat Parana, der einen gewichtigen Anteil bei der Maiserzeugung Brasiliens hat, wurde die Prognose für die Maisernte gegenüber dem Vormonat um 1 Mio. t nach unten korrigiert.
An der Matif verabschiedete sich der Januartermin einem Minus von 4 €/t und einem Schlusskurs von 199 €/t vom Börsenparkett. An seinem letzten Handelstag löste sich die Preisdifferenz zum Folgetermin März auf. Die umfangreichen Zufuhren von Drittlandsmais in die EU halten an. In dieser Woche hat die Kommission Importlizenzen von 205.000 t erteilt. Nach Abzug der Exporte weist die Handelsbilanz der EU einen Importüberschuss von 693.000 t auf.

Sojakomplex: Auch beim Sojakomplex zeigten sich die spekulativen Fonds angesichts der möglichen Regenfälle in Argentinien ausgesprochen wasserscheu und blieben in der Deckung. Die Kurse für Sojabohnen und Sojaschrot gaben in Chicago nach Liquidationen rund 8 US-$/t nach. Die trockene Witterung hat allerdings bisher die heranwachsenden südamerikanischen Bestände geschädigt. Im brasilianischen Bundesstaat Parana, einer Schlüsselregion für die Sojabohnenproduktion, rechnet man inzwischen mit einer 1,4 Mio. t kleineren Ernte als im Vormonat.

Raps: An der Matif geriet Raps mit den schwächeren Sojabohnenkursen ebenfalls unter Druck. Die Verluste hielten sich bei Börsenschluss mit einem Minus von 1,50 €/t in überschaubarem Rahmen. Auch in Winnipeg distanzierte sich die Börse vom schwachen Sojakomplex und die Canola-Notierungen gaben nur leicht nach.

Rohöl: Ein fester Dollar, gedrückte Aktienmärkte und skeptische Einschätzung über die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten ließen die Rohölnotierungen seit Tagen erstmals wieder den roten Bereich schließen. Die WTI-Kurse gaben mit einem Minus von 1,40 US-$/t stärker als Brent Crude nach, denn in den USA stiegen die Rohölbestände wieder an. Die Unsicherheit über die Zukunft der Eurozone bleibt allgegenwärtig. In Griechenland bewegt sich wenig und die Regierung spricht wieder von der Gefahr eines Staatsbankrotts. Dies überlagerte die Krise am Persischen Golf. Der EU-Boykott für iranisches Rohöl gilt als beschlossene Sache. Nach Agenturberichten lieferte der Iran bisher rund 450.000 Barrel Rohöl pro Tag in die EU. (St)
stats