Tageskommentar Rohstoffe: Australische Ernteschätzung bringt Druck auf Weizenpreise

Sowohl in Chicago als auch in Paris haben sich die Weizennotierungen etwas abgeschwächt. Mais bleibt auf der Überholspur und legte erneut zu. Der Sojakomplex konnte sich behaupten. Die Rapsnotierungen an der Matif gaben für die vorderen Termine deutlicher nach. Rohöl notierte etwas schwächer.
 
Weizen: Die optimistische Schätzung der heranwachsenden australischen Weizenernte setzen den Weizennotierungen hüben wie drüben zu. In Chicago gaben die Futures ihre Vortagsgewinne wieder ab, an der Matif schloss der November-Weizen mit einem Minus von 1,25 €/t.
Australien rechnet durch die guten Witterungsbedingungen im Osten des Landes mit einer Rekordweizenernte von 25 Mio. t. Damit könnte Australien die Exportmärkte entlasten, denn auch die australischen Weizenexporte sollen nach offiziellen Einschätzungen auf ein Rekordniveau steigen. Russland bleibt aber ein Dauerthema, denn die Aussaat von Wintergetreide bleibt problematisch. Putin hat vorsorglich noch einmal bekräftigt, dass Russland genügend Getreide habe, um sich selbst zu versorgen.
 
Mais: Die Maisnotierungen an der Chicagoer Börse bleiben auf der Überholspur und laufen in ihrer Dynamik dem Weizen inzwischen den Rang ab. Für Dezember zogen die Kurse 4,50 US-$/t an. Mais scheint nach der niedrigen USDA-Ernteschätzung ein Selbstläufer zu werden. Die bisherigen  Ernteergebnisse in Iowa und Illinois weisen Mindererträge im deutlich zweistelligen Bereich gegenüber dem Vorjahr auf. Am Wochenanfang waren den USA 11 Prozent der Maisernte eingebracht, über die Hälfte ist allerdings bereits reif.
Für China erwarten Analysten einen Importbedarf von bis zu 1 Mio. t Mais.
An der Matif schlossen die Maisnotierungen neutral.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex profitierte von den festeren Maisnotierungen mit leichten Notizgewinnen. Lediglich die Septembertermine als Andienungsmonate bei Sojabohnen und Sojaschrot  notierten etwas schwächer. Der Sojamarkt ist stabil, doch es fehlen neue Impulse. Inzwischen beginnen die ersten Händler in Chicago zu einem sehr frühen Zeitpunkt bereits über mögliche rückläufige Sojaflächen im kommenden Frühjahr zu jammern.
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif schlossen für November 4 €/t im Minus. Gewinnmitnahmen und Aussichten auf eine leichte Entspannung der engen Rapsbilanz dürften den Druck verursacht haben. Australien rechnet mit einer guten Rapsernte von 2,2 Mio. t. Fundamental bleibt die Tendenz fest, denn in ganz Europa liegt die Rapsaussaat im Zeitplan zurück und es zeichnen sich deutlichere Anbaueinschränkungen für Raps ab.
Mit Kursgewinnen bis zu 1,70 Can-$/t orientierten sich die Canola-Notierungen in Winnipeg nach oben. Die Rapsernte in den Prärieprovinzen kommt nur schleppend voran.
 
Rohöl: An der wegen eines Lecks geschlossenen Pipeline zwischen Kanada und der USA werden Reparaturarbeiten durchgeführt. Dadurch haben sich die Rohölnotierungen im vorderen Bereich wieder beruhigt und gaben etwas nach. (St)
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