Tageskommentar Rohstoffe: Breite Kursgewinne an den Agrarmärkten


Die hausseartige Entwicklung an den Terminbörsen setzt sich fort. Die Rapsnotierungen an der Matif legten erneut deutlicher zu. Auch Weizen bewegte sich nach beachtlichen Kursgewinnen an der Matif wieder im erkennbaren Aufwärtstrend. In Chicago gab es ebenfalls Notizgewinne für Weizen, Mais und den Sojakomplex. Die Rohölkurse schlossen dagegen geringfügig schwächer.
 
Weizen: Die Weizennotierungen in Paris legten bis zu 5,50 €/t in der Spitze zu. Damit kam wieder deutliche Bewegung in die Weizenpreise und die Kurse stiegen auf den höchsten Stand seit 13 Monaten. Die Chicagoer Börse reagierte auf die gedrückteren Aussichten für die globalen Weizenernte mit neuerlichen Kursgewinnen. Die Fonds waren mit größerem Engagement auf der Käuferseite.
Die deutsche Getreideernte wird nach der Schätzung des DRV 11 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfallen. Sie beinhaltet allerdings noch die vergleichsweise gute Wintergerstenernte, so dass die deutsche Weizenernte mehr als der Durchschnittswert zurückgehen könnte. Ungarn rechnet mit einer Weizenernte von 3,5  bis 4 Mio. t, nachdem im Vorjahr 4,4 Mio. t Weizen geerntet wurden. In Russland spricht man inzwischen in einigen Regionen von der größten Trockenheit seit 100 Jahren. China ließ seine Ernteprognose unverändert und will wie im Vorjahr 115 Mio. t Weizen ernten.
 
Mais: Die feste Stimmung bei fast allen Commodities ließen die Maiskurse an der Chicagoer Börse wieder ansteigen. Die Verluste der Vortage wurden nahezu kompensiert. Auch das prognostizierte heiße Wetter in Mittleren Westen der USA für die kommenden Wochen beflügelte die Preisphantasie in der Chicagoer Händler und das Kaufinteresse der Fondsgesellschaften.
An der Matif gab es nach der überraschenden Ruhe der Vortage wieder deutlichere Notizgewinne. Der November legte 3,25 €/t zu.
 
Sojakomplex: Auch der Sojakomplex profitierte von dem festeren externen Umfeld mit moderaten Notizgewinnen. Der schwächere US-Dollarkurs, etwas höheren Verarbeitungszahlen von Sojabohnen in den USA und das angekündigte heiße Wetter brachten zusätzliche Unterstützung. China soll sich mit Argentinien im Streit über die Qualität der Sojaölimporte geeinigt haben. Dies könnte dem verhaltenen Sojabohnen-Crush in Argentinien wieder Auftrieb geben und zu einem etwas größeren Angebot an argentinischen Sojaschrot führen.
 
Raps: Die Hausse bei Raps hält an und die Kurse notierten noch einmal deutlich fester. Zwischenzeitlich stiegen alle Notierungen für die alte Ernte über 360 €/t. Der August schloss nach Notizgewinnen von knapp 6 €/t nur wenig darunter. Die Bilanz wird immer enger und es fügt sich ein Loch ans nächste. Für Deutschland hat der DRV seine Ernteschätzung für Raps gegenüber dem vergangenen Monat um 300.000 t auf nur noch 5,6 Mio. t reduziert.
In Kanada bleibt Rapsmarkt ebenfalls fest, die Canola Notierungen legten 3,50 Can-$/t zu. Die Bohnenkurse öffnen nach Ansicht von Analysten allerdings das Tor für Gewinnmitnahmen und kurzfristige Korrekturen bei den Canola Preisen.
 
Rohöl: Nach etwas wechselhaften Kursverlauf schlossen die Rohölnotierungen an der Nymex geringfügig schwächer und hielten sich bei 77 US-$/Barrel. Den stärker gefallenen US-Lagerbeständen an Rohöl standen höhere Bestandszahlen an Benzin und Destillaten gegenüber. Sie lösten wenig Resonanz bei den Anlegern aus. (St)
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