Tageskommentar Rohstoffe: Chicago erholt sich, Paris weiter unter Druck

Ein schwächerer Dollar und festere externe Daten haben die Agrarmärkte in den USA gestern unterstützt. Weizen, Mais und der Sojakomplex konnten mit festeren Kursen profitieren. In Paris dagegen musste erst noch die Entwicklung vom Freitag in den USA abgearbeitet werden. Weizen und Raps gaben noch einmal nach. Raps musste sogar deutliche Einbußen einstecken. Mais tendierte uneinheitlich. Rohöl hat sich etwas gefangen.

Weizen: Weizen hat gestern in Chicago eine Kehrtwende eingelegt. Während der ganzen Sitzung blieb er fest gestimmt. Ein schwächerer Dollar und eine gewisse Stabilität der US Finanzmärkte unterstützte diese Entwicklung. Etwas Regen in den Weizenanbaugebieten verlangsamte die Erntearbeiten. Dies war aber kein richtig befestigender Faktor, weil die Ernte früher als normal begonnen hat. Sommerweizen bleibt ebenfalls fest gestimmt. Ein weiterer Aufwärtstrend wurde aufgrund des guten Wetters und der guten Aufwuchsbedingungen für Getreide in Europa gestoppt. Ägypten hat gestern einen geringeren Importbedarf für dieses Jahr angedeutet. Das könnte den Welthandel verringern. Paris war noch weiter auf Schwäche eingestellt. Die Kurse schlossen alle im Minus.

Mais: Auch der Maismarkt in Chicago sah gestern solide Gewinne sowohl für die alte wie die neue Ernte. Auch hier wirkten die externen Faktoren neben der Tatsache, dass Händler den vergangenen Freitag als überverkauft ansahen. Enttäuschende Regenfälle am Wochenende und die Aussicht auf weiter zu geringe Regenfälle mit möglichem Trockenstress als Folge im mittleren Westen halfen bei der festeren Einschätzung des Marktes. Ganz einig sind sich die Beobachter des Wetterberichtes aber nicht. Auf der einen Seite erwarten einige Händler eine kühlere Witterung für Mitte Juni und damit die Aussicht auf bessere Erträge. Auf der anderen Seite besteht die Meinung, dass sich Niederschläge in den kommenden zehn Tagen eher rar machen könnten. Mais in Paris gab für Juni, November und Januar leicht nach. Der August legte sogar leicht zu. Der Rest tendierte unverändert.

Sojakomplex: Die Juli- und August-Bohne sah in Chicago noch ein negatives Vorzeichen. Ab September waren die Kurse positiv gestimmt. Über Nacht tendiert die Novemberbohne noch negativ, erholte sich dann aber im Laufe des Tages und bis zum Ende der Sitzung. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium berichtete im Laufe des Tages von einem Verkauf von 165 000 t US-Sojabohnen nach China aus der neuen Ernte. Der Wetterbericht für die kommende Woche verunsichert die Marktteilnehmer. Regen solle es zwar im mittleren Westen geben, aber vielleicht nicht genug, um das Wachstum zu unterstützen. Erste Ernteeinschätzungen besagen, dass 69 Prozent der Ernte als gut bis exzellent bewertet werden.

Raps: In Paris musste der Raps gestern noch einmal tüchtig Federn lassen. Bei bis zu 6,00 €/t lagen die Verluste. In Winnipeg gaben die Kurse für Canola nur leicht nach.

Rohöl: Die Ölpreise haben sich zum Wochenanfang etwas gefangen. (dg)
stats