Tageskommentar Rohstoffe: Chicago notiert Weizen schwächer


Die Chicagoer Börse hat auf Regenfälle in Russland mit deutlicheren Kursverlusten für Weizen reagiert. An der Matif gaben die Weizennotierungen ebenfalls nach. Die Maiskurse schlossen sich in Chicago mit einem moderaten Minus der Tendenz an. Auch der Sojakomplex und Raps notierten schwächer. Rohöl konnte sich allenfalls knapp behaupten.
 
Weizen: Im europäischen Teil Russlands hat es geregnet, und die Hitzewelle geht zu Ende. In Chicago reagierte die Börse mit Kursverlusten von 14 US-$/t für die Dezembernotierung. Gewinnmitnahmen verstärkten die schwächere Tendenz. Die Regenfälle in Russland kommen für die Weizenernte zu spät, könnten aber die Bedingungen für die kommende russische Winterweizenaussaat verbessern. Russland hatte Ende der Vorwoche kolportiert, dass die Winterweizenfläche durch die Trockenheit um ein Drittel zurückgehen könnte.
An der Matif bewegten sich die Weizenkurse lange im Plus, schlossen aber unter dem Einfluss Chicagos 2,50 €/t für November schwächer.
 
Mais: Die Maiskurse in Chicago mussten sich dem Druck des Weizens beugen, und die Kurse gaben moderat nach. Die spekulativen Fonds haben in den Vortagen ihre long-Position in großem Umfang ausgebaut. Aus China werde steigende Maispreise gemeldet. Dies könnte ein Indiz sein, dass die chinesischen Maisbestände kleiner sind als angenommen. Möglicherweise kommt China sogar wieder an die Importmärkte zurück.  
An der Matif führten die Maispreise kurzfristig ein Eigenleben und schlossen für November 2,25 €/t im Plus.
 
Sojakomplex: Gute Wetteraussichten für Sojabohnen rund rückläufige Weizennotierungen setzen den Sojakomplex unter Druck. Die US-Sojabohnenernte befindet sich in der Phase der Schotenfüllung und selbst im zuletzt sehr heißen und trockenen Mississippi-Delta hat es geregnet. Die Novemberbohne gab über 4,50 US-$/t nach. Auf der Produktenseite notierte Sojaschrot nur geringfügig schwächer, denn es profitierte von Kompensationsgeschäften und schwachen Sojaölnotierungen. China hat erneut 220.000 t Sojabohnen in den USA gekauft.
 
Raps: Mit Notizverlusten bis zu 1,50 €/t für die alte Ernte und leichten Kursgewinnen für die neue Kampagne schlossen die Rapsfutures an der Matif. Der Markt ist recht stabil und die Kurse halten sich oberhalb eines Niveaus von 370 €/t. Die zuletzt lebhaften Handelsaktivitäten haben sich allerdings abgeschwächt.
Die Aussichten auf Exporte und wenig Verkaufsbereitschaft ließen die Canola-Notierungen in Winnipeg mit einem Plus von 5,70 Can-$/t für den November schließen.
 
Rohöl: Die schwächere Tendenz bei Rohöl setzte sich fort. Die Kursverluste fielen aber nur minimal aus und der Frontmonat konnte sich knapp oberhalb der Marke von 75 US-$/Barrel halten. Die Konjunkturaussichten für die USA und Fernost sind gedämpft. Japan gab nach nur minimalen Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal seine Position als zweitgrößte Wirtschaftsmacht an China ab. (St)
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