Tageskommentar Rohstoffe: Chicagoer Weizen gibt mit Gewinnmitnahmen nach


Die Getreidemärkte bleiben ohne Anregungen. In Chicago gaben Weizen und Mais mit Gewinnmitnahmen nach. An der Matif notierte Weizen mit einem leichten Plus. Der Sojakomplex schloss wieder fester. Alterntiger Raps verbuchte leichte Kursgewinne, Rohöl setzte seinen Anstieg fort.
 
Weizen: Trotz der schwächeren Vorgaben aus Chicago konnte sich der Matifweizen noch gut behaupten und schloss mit kleinen Kursgewinnen. An der Chicagoer Börse gaben die Weizennotierungen dagegen mehr als 5 US-$/t nach. Gewinnmitnahmen kurz vor Börsenschluss lösten die Verluste aus. Den Terminmärkten fehlten neue Anregungen.
 
Argentinien wird eine sehr schwache Weizenernte einfahren. Inzwischen hat auch der US-Attache in Argentinien seine Schätzung zurückgenommen und geht nur noch von einer Weizenernte von 10,5 Mio. t aus. Allerdings hatte das argentinische Landschaftsministerium schon vor 14 Tagen die Ernte auf 10,1 Mio. t taxiert: Die Börse in Buenos Aires ging seinerzeit nur von 9,8 Mio. t aus und Informa sieht die Weizenernte in Argentinien sogar noch 300.000 t niedriger als die Börsenschätzung. Da Argentinien einen Inlandsbedarf von rund 6 Mio. t Weizen hat, deuten sich zwangsläufig Abstriche bei der geplanten Exportmenge von 6 Mio. t an.
Indien ist aggressiv am Weizenmarkt tätig, denn es rechnet erneut mit einer großen Weizenernte. Brokerberichten zufolge soll es Ende der Vorwoche 80.000 t Weizen nach Großbritannien, 45.000 t in den Jemen und 150.000 t nach Äthiopien verkauft haben.
 
Mais: Kleinere Gewinnmitnahmen drückten die Chicagoer Maisnotierungen zum Börsenschluss in den roten Bereich. Für Argentinien wurden über‘s Wochenende leichte Regenfälle prognostiziert und weitere Schauer sind möglich. Nach anderen Wettermodellen soll es aber dieser Woche warm und trocken bleiben. Das amerikanische Analystenhaus Informa hat die brasilianische Maisernte auf 70,3 Mio. t nach unten korrigiert und liegt damit noch unter der USDA Schätzung. Für die argentinische Maisernte gab es eine deutlichere Abwärtskorrektur auf 25  Mio. t seitens Informa. Die Prognosen über die südamerikanische Maisernte weisen derzeit noch eine große Streubreite auf.  
An der Matif haben sich die Maisnotierungen kaum bewegt.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex schloss zwar im grünen Bereich, aber unterhalb der Tages-Höchststände. Günstige Prognosen für die südamerikanischen Sojabohnenernten durch die Analysten von Informa drückten etwas auf die Stimmung. Informa geht davon aus, dass Brasilien einer Bohnenernte von 84 Mio. t und Argentinien eine Ernte von 54,5 Mio. t einfahren könnte. Die Wetteraussichten für Südbrasilien und Argentinien sind widersprüchlich und nicht eindeutig. Im nördlichen Teil Brasilien ist keine wesentliche Wetteränderung Sicht und die Verzögerung bei der Verladung halten an. Dies könnte kurzfristig noch einmal einen Nachfrageschub für Sojabohnen aus den USA auslösen, denn der internationale Markt hatte frühe Lieferungen aus Brasilien eingeplant.
 
Raps: Nach dem Auslaufen des Februar-Kontraktes müssen sich die Märkte erst einmal orientieren. Es fehlte der Schwung. Trotz der zeitweise sehr festen Sojabohnennotierungen krabbelte Raps an der Matif nur mühsam in den grünen Bereich. Immerhin schloss der Mai mit einem leichten Plus. Die neue Ernte bewegte sich im neutralen Bereich.
In Winnipeg gab es ebenfalls nur kleine Zugewinne für Canola-Raps.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen zogen weiter an. Der schwächere US-Dollarkurs und eine neue geopolitische Risikoprämie für den Nahen Osten wirkten sich am stärksten auf die Brent Crude-Notierungen aus: sie stiegen um 1,25 US-$/Barrel an. Auch technische Kaufsignale und eine positive Interpretation von US-Arbeitsmarktdaten hoben die Stimmung der Anleger. Fundamentale Argumente kamen ebenfalls ins Spiel, denn die Ölförderung in den Opec-Ländern ist auf den tiefsten Stand seit 15 Monaten gesunken. (St)
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