Tageskommentar Rohstoffe: Den Terminmärkten fehlen neue Impulse


An den Warenterminbörsen hielten sich die Preisbewegungen in überschaubarem Rahmen. Die fundamentalen Daten der alten Ernten sind eingepreist und es fehlen neue Impulse. Die Tagesvolatilität nimmt zu. Bei den Weizennotierungen hat sich unter dem Strich kaum etwas bewegt. Mais schloss in Chicago ebenso wie die Sojabohnen nach anfänglichen Verlusten noch im grünen Bereich. Die festen Rohölnotierungen bringen für Raps kaum Hilfestellung. Die Rapskurse in Paris schlossen mit Verlusten.
 
Weizen: In Paris gab es für den Weizen nicht allzuviel zu holen. Die Kurse schlossen mit einem leichten Minus. Die vorangegangene Kurskorrektur hat zwar eine Erholung eingeleitet, die Kraft für einen weiteren Aufschwung scheint allerdings zu fehlen. Die Stimmung ist verhalten und die offenen Positionen haben sich zum Wochenanfang abgebaut.
In Chicago konnten sich die Weizennotierungen nach schwachem Start noch fangen und schlossen zumindest für die beiden vorderen Termine mit positivem Vorzeichen. Long-Liquidationen sorgten zunächst für Preisdruck. In den US-Plains sind zwar leichte Regenfälle angekündigt, doch in weiten Teilen Kansas als wichtigstem Anbaugebiet für Hard-Red-Winterweizen soll es weitgehend trocken bleiben. Der Zustand der US-Winterweizenbestände ist weiterhin deutlich schlechter als im Schnitt der vergangenen Jahre.
Jordanien hat 50.000 t Weizen aus Rumänien gekauft. Japan ist auf der Suche nach 103.000 t Futterweizen.
 
Mais: Auch bei den Chicagoer Maisnotierungen setzte erst mit späten Käufen der Fonds eine leichte Erholung ein. Die Kurse retteten sich aus den roten Bereich in neutrales Terrain. Die Chicagoer Börsenhändler beißen sich hartnäckig an Maiskäufen Chinas fest, doch vom USDA bleibt eine entsprechende Bestätigung aus. Auch China dementiert die Gerüchte über neue Maiskäufe. Argentinien rechnet mit einer Maisernte von 20,8 Mio. t und hat die vorangegangene Schätzung leicht nach oben korrigiert. Im Vorjahr hatte Argentinien noch 2 Mio. t Mais mehr geerntet.
An der Matif setzte es für den Mais Verluste bis knapp 6 €/t bei recht guten Umsätzen.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex konnte seine zwischenzeitlich deutlicheren Tagesverluste zum Börsenschluss weitgehend wettmachen. Die Bohne schloss mit einem leichten Plus, bei Sojaschrot gab es minimale Verluste. Argentinien rechnet in der ersten offiziellen Schätzung mit einer Sojabohnenernte von 50 Mio. t. Dies wären 5,4 Mio. t weniger als im Vorjahr. China hat nach dem jüngsten Preisanstieg seine Pläne für die Sojabohneneinfuhren im März  wieder etwas nach unten korrigiert.
 
Raps: Schwache Vorgaben vom Sojakomplex und gedrückte Palmölnotierungen ließen die Rapskurse an der Matif schwach eröffnen und schwach schließen. Der Mai notierte 4,50 €/t unter dem Vortag, für den August finden die Verluste noch knapp 3 €/t höher aus. Von einer Sogwirkung der festen Rohölpreise war nichts zu spüren. Die Kurskorrektur deutet möglicherweise auf Gewinnmitnahmen hin. Die Zahl der offenen Positionen hat sich am Wochenanfang um fast 5.000 Kontrakte abgebaut.
In Winnipeg gab es ein minimales Plus für die Canola-Notierungen. Gewinnmitnahmen drückten auf die Kurse.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen legten sowohl für WTI- als auch für Brent Crude-Öl etwas zu. Brent Crude Öl bewegt sich zwar knapp unter 116 US-$/Barrel, konnte diese Marke allerdings noch nicht nachhaltig durchbrechen. Laut einer Einschätzung der Commerzbank rückt Japan wieder mehr in den Fokus der Anleger. Japan soll ein Fünftel seiner Atomkraftwerke vorübergehend stilllegen und man erwartet einen deutlich größeren Bedarf an fossilen Energieträgern. Dies lasse mittelfristig feste Rohölpreise erwarten, auch wenn sich die Krisen in Nordafrika und Naher Osten abschwächen sollten, vermuten die Bänker. (St)
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