Tageskommentar Rohstoffe: Deutliche Notizgewinne für Raps und Sojabohnen


Die Notierungen für Raps und Sojabohnen haben sich deutlich befestigt. Die Weizenkurse an der Chicagoer Börse und an der Matif setzten ihren Aufwärtstrend fort. Mais schloss sich den festeren Rohstoffmärkten mit Notizgewinnen an. Die Rohölkurse zogen mit der Erholung der Aktienmärkte wieder an.
 
Weizen: An der Chicagoer Börse hat sich der stramme Preisanstieg der Weizenfutures fortgesetzt. Mit Kursgewinnen von über 8 US-$/t stiegen die Kurse auf den höchste Stand seit vier Monaten. Seit Anfang Juni haben sie etwa 23 US-$/t zugelegt. Shortabdeckungen werden als Auslöser für den signifikanten Preisanstieg genannt. Chicago blickt aber auch mehr als mit einem Auge nach Europa, Russland oder Kanada. Von den schlechten Weizenernten in diesen Regionen erhofft man sich bessere Aussichten für die US-amerikanischen Weizenexporte.
An der Matif konnten sich die Weizenpreise im Tagesverlauf von ihrem zwischenzeitlichen Schwächeanfall erholen und schlossen auch mithilfe der Chicagoer Weizenkurse im Plus. Nach Kursgewinnen von 3,50 €/t notiert der November über 160 €/t. Das Handelsvolumen war mit über 21.600 Kontrakten erneut äußerst lebhaft. Allein in dieser Woche wurden fast 3,4 Mio. t Weizen an der Matif gedreht.  
 
Mais: Der übergreifende Einfluss von höheren Weizen-und Sojakursen, festere Aktien- und Rohölmärkte sowie ein schwächerer US-Dollarkurs bescherte den Chicago Maisnotierungen Kursgewinne von 4 US-$/t. Auch die leicht zurückgestuft Bonitierungen der US-Maisbestände um 2 Prozent sollen den Preisanstieg begünstigt haben.
An der Matif legten die Maiskurse eine Verschnaufpause an. Der August notierte zwar etwas schwächer, konnte aber seine zwischenzeitlichen Verluste bisEnde der Börsensitzung größtenteils kompensieren. Für die neue Ernte gab es leichte Notizgewinne.
 
Sojakomplex: Mit Notizgewinnen von bis knapp 12 US-$/t für den November führte der Sojakomplex die Chicagoer Börse nach oben. Freundlichere externe Vorgaben von den Finanz- und Rohstoffmärkten hoben die Stimmung. Vorrangig wird aber eine schlechtere Bonitierung der US-Sojabohnenbestände genannt. Die Sojabohnenbestände stehen zwar ausgezeichnet, doch die Klassifizierung ‚gut bis sehr gut‘ wurde gegenüber der Vorwoche um einen Prozentpunkt zurückgenommen. Man hatte allerdings eine bessere Bonitierung erwartet. Bei fehlenden fundamentalen Daten sieht es nach der heftigen Reaktion so aus, als wartete die Börse geradezu darauf, eine Wettermarkt-Rallye auszulösen.
 
Raps: Mit strammen Kursgewinnen von bis zu 10,25 €/t für November haben die Rapspreise an der Matif erneut abgehoben. Die fundamentalen Daten werden immer enger, denn für die EU rechnet man im Markt noch mit einer Rapsernte von 19 bis 19,5 Mio. t. Für Deutschland bewegen sich die jüngsten Schätzungen nur noch bei einer Rapsernte von 5,6 Mio. t. Die niedrigere französische Ernte von knapp 4,6 Mio. t war im Markt zwar schon vorher bekannt, doch mit schlechten Rapserträgen in der Ukraine kommt eins zum anderen. Zusätzlichen Schub erhielten die Rapspreise von dem sprunghaften Anstieg der Canola-Notierungen sowie vom festeren Rohöl und Sojakomplex.
In Winnipeg  zogen die Canolakurse für November ebenfalls über 10 Can-$/t an. Nasses Wetter in den Prärieprovinzen einerseits und Trockenheit in den Rapsanbaugebieten im Norden der Provinz Alberta bieten ein anhaltend bullisches Szenario. Ein festerer kanadischer Dollarkurs und Gewinnmitnahmen sollen noch höhere Kursgewinne verhindert haben. Dies lässt vermuten, dass die Canolanotierungen noch Luft nach oben haben.
 
Rohöl: Mit der Erholung der Aktienmärkte und einem schwächeren US-Dollarkurs zogen auch die Rohölnotierungen wieder an. Nach Kursgewinnen von gut 2 US-$/Barrel stieg die Augustnotierung an der Nymex wieder auf über 74 US-$/t. Die Commerzbank sieht die Stimmung nach den jüngsten schwachen US-Konjunkturdaten allerdings gedämpft. Sie erwartet kurzfristig eine Bandbreite der Rohölnotierungen zwischen 70 und 80 US-$/Barrel. Auf den oberen Wert würden sie aber nur mit Hilfe von Hurrikans klettern können, so ihrer Einschätzung. (St)
stats