Tageskommentar Rohstoffe: Deutlichere Notizgewinne an fast allen Märkten

Vor dem verlängerten Wochenende in den USA schlossen die Notierungen für Weizen, Mais und Soja an der Chicago Börse mit einem kräftigen Plus. Die Fonds waren in Kauflaune. An der Matif gab es ebenfalls Notizgewinne für Weizen, Mais und Raps, die aber moderater als in Übersee ausfielen. Lediglich die Rohölnotierungen fielen mit einem Minus aus dem Rahmen. Heute ist die Matif durch den Feiertag in den USA auf sich gestellt.
 
Weizen: Die Weizennotierungen in Chicago zogen mit Kursgewinnen von 10 US-$/t stramm am. Die Fonds waren lebhafte Käufer, denn die guten Exportaussichten für den US-Weizen lassen weiter feste Weizenmärkte erwarten. Die Ausdehnung des russischen Exportstopps für Getreide bis zum Ende der Saison hat sich anscheinend erst mit einem Tag Verspätung in Chicago niedergeschlagen. Ägypten hat weitere 100.000 t Hard-Red-Winterweizen in den USA gekauft.
An der Matif gab es Kursgewinne von 2,50 bis 3,75 €/t. Paris folgte tendenziell den Impulsen aus Übersee.
Die deutsche Weizenernte fällt nach offiziellem Ernteergebnis mit 23,6 Mio. t 5,3 Prozent kleiner als im Vorjahr aus. Das Ergebnis liegt in etwa im langjährigen Mittel.
 
Mais: Nach deutlichen Notizgewinnen haben sich die Maisnotierungen in Chicagoe auf den höchste Stand seit Oktober 2008 hochgearbeitet. Die Fonds haben als Käufer massiv zugeschlagen und die Zahl der offenen Positionen wuchs an einem Tag um über 33.500 Kontrakte an. Gestützt wurde die Rallye durch eine Ernteprognose des privaten amerikanischen Analystenhauses Informa. Darin werden 4 Prozent niedrigere Maiserträgen als in der letzten USDA-Schätzung prognostiziert.
An der Matif profitierte Mais von dem festen Umfeld mit Kursgewinnen bis zu 3 €/t.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex stand den Getreidenotierungen um nichts nach. Die Sojabohnen legten 9,60 US-$/t zu, bei Sojaschrot bewegten sich die Kursgewinne um die 7 US-$/t. Die festen Weizen- und Maiskurse färbten zwar ab, doch Soja entwickelte Eigendynamik. Im Gegensatz zu Mais wurde die Ernteschätzung von Informa ignoriert, die mit einer leichten Anhebung der US-Sojabohnenerträge rechnet. Anscheinend passte sie nicht in das Bild der Bullen.
 
Raps: Nach festerer Eröffnung konnte Raps an der Matif seine Gewinne etwas ausbauen. Der November schloss 3 €/t im Plus. Im Chart lässt sich seit August eine tendenzielle Seitwärtsbewegung erkennen, wenn die kurzen, aber heftigen Preisausschläge nach oben unten ausgeblendet werden. Die deutsche Rapsernte liegt nach offiziellen Angaben bei 5,71 Mio. t. Das sind zwar 9,3 Prozent weniger als im Vorjahr, aber immer noch 6 Prozent mehr als im fünfjährigen Durchschnitt.
Canola Raps in Winnipeg notierte etwas schwächer, und konnte vom festen Sojakomplex nicht profitieren. Auch in Kanada ist heute Feiertag und es finden keine Börsennotierungen statt.
 
Rohöl: Trotz freundlicheren Aktienmärkten und einen schwächeren US-Dollarkurs gaben die Rohölnotierungen leicht nach. Die Bedrohung der US-Ostküste durch einen Hurrikan hat sich aufgelöst und die Konjunkturdaten in den USA waren schwach. (St)
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