Tageskommentar Rohstoffe: Einbruch der Aktienkurse belasten die Terminmärkte


Der Kurssturz der Aktienmärkte hat auch an den Agrarbörsen in Chicago und Paris Spuren hinterlassen. Die Auswirkungen auf die Agrarmärkte hielten sich jedoch in überschaubarem Rahmen. In Chicago gaben die Weizenkurse etwas stärker nach als in Paris. Mais notierte schwächer. Der Sojakomplex kam vergleichsweise gut weg, Raps musste dagegen mehr Federn lassen. Die Rohölnotierungen fielen mit den schwachen Aktienmärkten nach unten.

Weizen: In Chicago drückte der Kurssturz an den Aktienmärkten die Weizennotierungen zwischenzeitlich deutlich in den roten Bereich, doch bei Börsenschluss stand nur noch ein Minus von 7 US-$/t auf der Anzeigetafel. In Paris eröffnete Weizen bereits schwach. Mit den turbulenten Finanzmärkten fielen die Kurse bis knapp 5 €/t im Minus, konnten aber bis Börsenschluss die Hälfte ihrer Verluste wieder wettmachen.
Ägypten hat seinen Tender über 240.000 t Weizen zum größten Teil in Russland gefüllt. Mit 60.000 t kam auch rumänischer Weizen zum Zuge. Der Preisvorteil des russischen Weizens baut sich etwas ab, denn gegenüber dem letzten Tender sind die Kurse für den russischen Weizen um 11 US-$/t angezogen. In der EU wurden für diese Woche neue Exportlizenzen für Weichweizen von 233.000 t erteilt. Daran war Deutschland mit 111.000 t beteiligt.
Argentinien hat seine offizielle Schätzung für die diesjährigen Weizenanbaufläche erneut um 200.000 ha nach unten korrigiert. Durch die Trockenheit während der Aussaat rechnet es nunmehr nur noch mit einem Weizenareal von 4,5 Mio. ha. Vor zwei Monaten war Argentinien noch von einer Anbaufläche von 5 Mio. ha ausgegangen.

Mais: Bei den Maisnotierungen in Chicago schlugen die schwächeren Finanzmärkte mit einem Minus von knapp 5 US-$/t zu Buche. Die Wetteraussichten für den US-Maisgürtel sind weiterhin vorteilhaft, denn in den trockeneren Regionen zeichnen sich am Wochenende Niederschläge ab. Die schwachen wöchentlichen US-Exportzahlen von knapp 524.000 t für die alte und für die neue Kampagne sowie Gerede über billigen Futterweizen aus der Schwarzmeerregion trübten die Stimmung beim Mais zusätzlich.
An der Matif notierte der November 3,50 €/t im Minus. Die Maisimporte in die EU haben sich in diesem Wirtschaftsjahr auf 636.000 t summiert.

Sojakomplex: Der Sojakomplex überstand den Preisdruck auf die Agrarfutures vergleichsweise gut. Trotz zwischenzeitlich schwachen Notierungen gab es bei Börsenschluss nur kleinere Notizverluste für Sojabohnen und für Sojaschrot. Die Wetteraussichten für den mittleren Westen sind vorerst gut und bieten derzeit kein Potenzial für einen Wettermarkt. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von 224.000 t für die alte Kampagne konnten sich kurz vor Ende der Kampagne durchaus sehen lassen. China will auf dem Binnenmarkt 4 Mio. t Sojabohnen aus der staatlichen Reserve für die Produktion von Speiseöl verkaufen.

Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif bleiben sehr empfänglich für negative Einflüsse. Sie reagierten auf die schwachen Finanzmärkte und rückläufige Rohölnotierungen mit einem Minus von bis zu 5 €/t. Vor allem die schwachen Rohölnotierungen dürften die Rapsfuture am stärksten belastet haben.
In Winnipeg setzte es Verluste für die Canolakurse von etwa 4 Can-$/t.

Rohöl: Die Rohölnotierungen gerieten mit den schwachen Aktienmärkten unter massivem Druck. Die Kurse für WTI-Rohöl brachen um mehr als 5 US-$/Barrel und die Brent-Crudeöl-Notierungen 3,60 US-$/Barrel ein. Sehr schwache US-Konjunkturdaten und eine überzogene Verkaufsorder gelten als Auslöser für den Einbruch an den Aktienmärkten. Sie drückten den DAX bei Börsenschluss 5,8 Prozent ins Minus und brachten ihm den größten Tagesverlust seit knapp drei Jahren bei. Auch die US-Aktienmärkte gaben deutlich nach. Die Investmentbänker von Stanley Morgan haben ihre Wachstumsprognosen für die globale Weltwirtschaft und für China nach unten korrigiert. (St)
stats