Tageskommentar Rohstoffe: Etwas schwächere Stimmung an den Börsen

Die Notierungen für Weizen und Mais standen an den Terminbörsen wie schon Vortag unter Druck und gaben hüben wie drüben nach. Vor dem Quartalsreport und der Flächenschätzung des USDA am morgigen Freitag finden weiterhin Positionsbereinigungen statt. Sojabohnen notierten geringfügig schwächer. Die Rapskurse konnten sich wieder etwas erholen. Rohöl gab bei größeren US-Lagerbeständen nach.
 
Weizen: In Paris und in Chicago schlossen die Weizennotierungen schwächer. In Chicago haben sich die Kursverluste in zwei Tagen auf mehr als 10 US-$/t und an der Matif auf rund 6 €/t summiert. Der Handel an der Matif wurde von den schwächeren US-Weizennotierungen beeinflusst.
Ägypten hat seinen neuen Weizentender über 120.000 t zur Hälfte in Argentinien und in den USA gefüllt. Russland wird in diesem Wirtschaftsjahr nach eigener Einschätzung zwischen 25 und 27 Mio. t Getreide exportieren. In der Ukraine gehen Erzeugerorganisationen von einer Weizenernte von nur noch 12 Mio. t und damit etwa 10 Mio. t weniger als im Vorjahr aus.
 
Mais: in Chicago sah sich Mais erneut einem größeren Verkaufsdruck der Fonds ausgesetzt. Von der morgigen Flächenschätzung fanden weitere Liquidationen von long-Positionen statt. Man rechnet damit, dass das USDA die größte US-Maisanbaufläche nach dem Zweiten Weltkrieg ausweisen wird. Ein chinesischer Importeure soll nach Agenturberichten 360.000 t US-Mais gekauft haben.
Mit schwächeren Weizennotierungen fielen auch die Maisnotierungen an der Matif ins Minus.
 
Sojakomplex: Die schwächeren Mais- und Weizennotierungen färbten auch auf den Sojakomplex ab. Die Kurse schlossen für Sojabohnen mit leichten Verlusten. Sojaschrot hielt sich dagegen im grünen Bereich und profitierte von Spreads gegen schwaches Sojaöl. Unterschwellig drückten die guten Wetteraussichten vor dem Start der US-Sojabohnenaussaat in der kommenden Woche auf die Kurse.
In Paraguay wird die Sojabohnenernte nach Einschätzung der Landwirtschaftskammer des Landes nur etwa die Hälfte des Vorjahresergebnisses von 8,3 Mio. t erreichen. Damit reduziert sich auch die Schätzung für die Bohnenernte beim drittgrößten südamerikanischen Sojabohnenerzeuger.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif zeigten Stehaufmännchen-Qualität. Mit Kursgewinnen bis zu 3 €/t machten sie einen Teil der Vortagsverluste wieder wett. Die äußerst lebhaften Aktivitäten an der Börse hielten erneut an. In den vergangenen drei Tagen wurden 43.300 Kontrakte mit einem Volumen von 2,16 Mio. t Raps gehandelt.
In Winnipeg schloss Canola durchwachsen. Kleineren Kursgewinnen im vorderen Bereich standen Notizverluste für die neue Ernte in ähnlicher Größenordnung gegenüber.
 
Rohöl: Die Rohölpreise gaben nach, für WTI sogar fast 2 US-$/Barrel. Der starke Anstieg der US-Lagerbestände drückte auf die Notierungen. In den USA stiegen die Rohöl-Lagerbestände in der Vorwoche mit 7,1 Mio. Barrel weitaus stärker an, als erwartet. In den vergangenen sechs Wochen haben die US-Energiebehörden fünfmal ein Anstieg der Lagerbestände ausgewiesen. Frankreich hält sich Freigaben aus den strategischen Reserven des Landes frei. (St)
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