Tageskommentar Rohstoffe: FED-Entscheidung belastet die Notierungen

Der Beschluss der US-Notenbank FED, die Laufzeit für Staatsanleihen zu verlängern, hat über schwächere Aktienkurse auch die Notierungen an den Agrarmärkten belastet. Weizen schloss in Chicago im Minus, konnte sich aber in Paris noch halten. Der Sojakomplex und Mais notierten schwächer. Raps beendete die Sitzung mit kleineren Kursgewinnen. Rohöl notierte etwas schwächer.
 
Weizen: An der Chicagoer Börse schlossen die Weizennotierungen deutlich unter ihren Tageshochs und mit einem Minus von 3 US-$/t. Belastet wurden die Kurse durch einen etwas festeren US-Dollarkurs nach der Sitzung der US-Notenbank. Die Aussaat von Winterweizen in den USA und der Ukraine hinkt hinter dem üblichen Zeitfenster hinterher.
An der Matif konnten sich die Weizennotierungen aus den roten in den grünen Bereich drehen und schlossen bei leichten Kursgewinnen gut behauptet.
 
Mais: Schwächere Aktienmärkte, gedrückte Rohölnotierungen und Verkäufe der Fonds ließen die Maiskurse in Chicago mit leichten Notizverlusten schließen. Auch bei Mais wird der Einfluss der FED für die Schwäche verantwortlich gemacht. Trotz der engen US-Maisbilanz scheinen die Anleger nervös zu sein. Auch saisonaler Erntedruck wird spürbar.
In Paris gab es für die Maiskurse ein leichtes Minus von 0,50 €/t.
 
Sojakomplex: Der Sojakomplex musste mit einem Minus von mehr als 6 US-$/t für Sojabohnen und Sojaschrot die deutlichsten Kursverluste hinnehmen. Zunächst war die Stimmung freundlich, doch saisonaler Preisdruck und technische Verkäufe brachten die Notierungen in den roten Bereich. Die Sojabohnenernte in China könnte nach offiziellen Aussagen mit 13,5 Mio. t etwa 10,5 Prozent kleiner als im Vorjahr ausfallen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat China 33,6 Mio. t Sojabohnen importiert. Die Einfuhren liegen 5,5 Prozent unter denen des Vorjahres. Für das kommende Jahr wird allerdings wieder mit einem Anstieg der chinesischen Importe gerechnet.
 
Raps: An der Matif beendete Raps seine Sitzung mit Kursgewinnen von 3,50 €/t für November und 1 €/t für den Februar. Die Schlusskurse waren von den schwächeren Sojabohnen noch nicht tangiert. Möglicherweise werden die heutigen Rapsnotierungen noch von Nachwehen des gestrigen Tages negativ beeinflusst. Durch die größeren Kursgewinne für den Frontmonat hat sich die Preisdifferenz zwischen November und Februar auf 17 €/t ausgeweitet. Dies spiegelt auch die Aktivitäten an den Kassamärkten wieder, wo sich die wenigen Umsätze weitgehend im vorderen Bereich abspielen.
In Winnipeg notierte Canola unter dem Einfluss von Sojabohnen etwas schwächer.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen wechselten im Tagesverlauf ihre Vorzeichen. Zunächst saß es nach deutlicheren Kursgewinnen aus, denn die wöchentlichen US-Lagerbestände an Rohöl haben sich um 7,3 Mio. Barrel und vergleichsweise stark abgebaut. Mit der Entscheidung der US-Notenbank, die geldpolitischen Zügel locker zu lassen, gab Rohöl nach und schloss schwächer. Die FED wird zwar die Laufzeiten für Staatsanleihen verlängern und will für 400 Mrd. US-Dollar langfristige Staatsanleihen kaufen, aber in gleichem Umfang kurzfristige Anleihen verkaufen. Theoretisch ließe sich dadurch keine neue Kapitalschwemme an den Finanzmärkten erwarten. (St)
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