Tageskommentar Rohstoffe: Februar-Raps geht mit Gewinnen von Bord


Der Februar-Raps an der Matif hat sich vom Börsenparkett mit Kursgewinnen verabschiedet. Der Sojakomplex gab nach Gewinnmitnahmen und leichten Regenfällen in Argentinien dagegen nach. Für Weizen fehlten weiterhin die Impulse und die Matif schloss mit einer Nullnummer. In Chicago gab es ein Minus. Mais konnte sich in Übersee behaupten. Rohöl notierte durchwachsen.
 
Weizen: An der Matif beendete Weizen die Sitzung mit einer Nullnummer, konnte aber die Tagesverluste noch ausgleichen. Die Stimmung ist angeschlagen. Die europäischen Weizenexporte haben bisher noch nicht unter dem festen Euro gelitten. In der EU wurden neue Exportlizenzen für Weichweizen über 467.000 t gezogen, davon 86.000 t in Deutschland.
In den USA haben sich die Exporthoffnungen in dieser Woche nicht bestätigt. Die wöchentlichen US-Exportzahlen mit knapp 388.000 t fielen kleiner als erwartet aus. Die Chicagoer Weizenkurse gaben im Zuge kleinerer Gewinnmitnahmen und schwächeren Vorgaben vom Sojakomplex nach.

Indien hat bisher 4,5 Mio. t Weizen für den Export freigegeben. Ein großer Teil davon ist noch nicht verkauft, aber Indien tritt aggressiv an den internationalen Weizenmärkten auf. Nordkorea hat 110.000 t als Futterweizen aus Indien bezogen, denn die Qualität des indischen Weizens genügte bisher kaum den Anforderungen der Mühlen.
 
Mais: Mais konnte sich in Chicago behaupten. Obwohl neue Meldungen fehlen, fließt unvermindert reichlich neues Kapital in die Futures. Das Interesse der Fonds an Mais hält an. Die schwachen wöchentlichen US-Exportzahlen von nur 253.000 t und Regen in Teilen Argentiniens taten dem keinen Abbruch.
 
An der Matif setzte sich die gedrückte Tendenz bei Mais fort. Die Kurse gaben 1,25 €/t nach. Die umfangreichen Maiseinfuhren halten an. In dieser Woche hat die EU Kommission neue Importlizenzen über 235.000 t erteilt. Damit haben sich die Maisimporte der EU dieser Saison bereits auf 6,6 Mio. t summiert.
 
Sojakomplex: Gewinnmitnahmen nach Regenfällen in Argentinien drückten die Sojabohnen- und  Sojaschrotnotierungen in den roten Bereich. Selbst die beeindruckenden wöchentlichen US-Exportzahlen von 1,25 Mio. t konnten die Stimmung nicht drehen. Die Hedgefonds zeigten sich nach ein paar Regentropfen in Südamerika ausgesprochen wasserscheu.

Die Wettermeldungen sind allerdings widersprüchlich. Teilweise wurde von Niederschlägen bis zu 28 mm auf der Hälfte der argentinischen Sojabohnen -und Maisanbaugebiete berichtet. Kurzfristig sollen neue Niederschläge in Anzug sein. Aus anderen Wettermodellen lässt sich aber keine signifikante Änderung der trockenen und warmen Witterung herauslesen. Die jüngsten Schätzungen aus Argentinien sehen die argentinische Sojabohnenernte eher bei 50 Mio. t, als bei 55 Mio. t. In der kommenden Woche werden die Getreidebörsen in Argentinien neue Prognosen veröffentlichen. 
 
Raps: Der Februar-Raps verabschiedete sich in Paris mit Kursgewinnen von 2,25 €/t vom Börsenparkett. Technisch bedingt stiegen die Notierungen für den ausgelaufenen Frontmonat kurzzeitig sogar bis knapp 490 €/t an. Der Spread zwischen Februar und Mai blieb mit rund 22 €/t erheblich. Der neue Frontmonat Mai notierte mit 462,75 €/t. Es wird erwartet, dass sich das Preisniveau für Mai nach oben entwickeln könnte, vor allem wenn die festere Tendenz bei Sojabohnen halten sollte. Der Sojabohnenkomplex wurde am Vortag weitgehend ausgeblendet. Lediglich für die neue Ernte notierte Matif-Raps etwas schwächer. In Winnipeg fielen die Canola-Kurse mit dem Sojakomplex in den hellroten Bereich.
 
Rohöl: Rohöl schloss durchwachsen. WTI-Öl gab etwas nach, Brent Crude-Öl  legte leicht zu. Schwächere Daten vom US-Arbeitsmarkt belasteten die Notierungen für das amerikanische WTI-Öl. Die Seaway-Pipeline vom US-Andienungsort Cushing zum Golf von Mexiko wird voraussichtlich bis ins Spätjahr hinein nur mit verminderter Leistung fahren können.
Nach Einschätzung der Commerzbank spricht die lockere Geldpolitik der US-Notenbank für einen weiteren Auftrieb der Rohölpreise. Der Preisanstieg im Januar auf Viermonatshochs basierte fast ausschließlich auf Spekulationen über eine konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft. (St)
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