Tageskommentar Rohstoffe: Fehlende US- Exporte schwächen Weizen und Mais


Gewinnmitnahmen und fehlenden Exporte aus den USA setzten Weizen und Mais in Chicago unter Druck. Auch in Paris verloren die Kurse an Boden. Der Sojakomplex war dank guter Exporte positiv gestimmt. Raps folgte der negativen Stimmung vom Mittwoch, schloss aber moderat im negativen Bereich. Rohöl gab einen Teil seiner Gewinne vom Donnerstag wieder ab. Heute Morgen ist wieder eine leichte Erholung zu erkennen.
Die elektronische Börse in Chicago ist heute Morgen durch die Bank im roten Bereich anzutreffen.

Weizen: Gewinnmitnahmen brachten dem Weizen in Chicago und Kansas City gestern Verluste ein, nachdem die Exportnachfrage die Erwartungen nicht erreichte. Die wöchentlichen Verkäufe liegen demnach bei 279300 t für das laufenden Wirtschaftsjahr. Weitere Verkäufe für das kommende Wirtschaftsjahr sind nicht in Aussicht. Die kumulativen Verkäufe bis zum 22. November liegen damit bei 54 Prozent der USDA- Vorhersage gegenüber dem Fünf-Jahres-Schnitt von 68 Prozent. Die USA gehen bei dem aktuellen 50000 t-Tender für Algerien leer aus und es wird berichtet, dass die Abnahme auf 375000t ausgelegt war- voraussichtlich für französische Herkünfte. Die trockenen Witterungsbedingungen in den US-Weizenanbaugebieten liefern dem Weizen dennoch Unterstützung. Die Exportlizenzen der EU über 438000 t Brotweizen heben das Exportergebnis für das Wirtschaftsjahr 2012 /13 auf 7,3 Mio. t gegenüber 6,5 Mio. t zum gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Weizen in Paris sah gestern dennoch Verluste bis zu 2,25 €/t im Januar 2013 und schloss mit 273,75 €/t.

Mais: Der schwächere Weizen und Gewinnmitnahmen nahmen auch den Mais mit in die Verlustzone. Die Witterung in Südamerika mit hohen Niederschlägen in Argentinien und zu niedrigen Regenfällen in Südbrasilien verhalf dem Markt zunächst zu einer festeren Tendenz. Gewinnmitnahmen unterbrachen diesen Lauf allerdings. Darüber hinaus enttäuschten die Exportzahlen. Bis zum 22. November lag der gesamte Export bei 42 Prozent der USDA-Vorhersage für das laufende Wirtschaftsjahr. Der Fünf-Jahres–Schnitt liegt bei 49 Prozent. Auch wenn der Export in den vergangenen Wochen etwas besser als zu Beginn des Wirtschaftsjahres gelaufen ist, fließt dennoch immer noch günstigere Ware aus Südamerika und der Ukraine. Händler vermuten allerdings, dass Asien ab Januar noch Bedarf haben dürfte und davon die USA profitieren könnte. In Paris fielen die Verluste für den Mais moderat aus. Sie lagen bei maximal 0,75€7t im Juni 2013.

Sojakomplex: Der Sojakomplex war gestern durchaus positiv gestimmt, auch wenn die Januarbohne in Chicago fast unverändert schloss. Frühe Gewinne wurden allerdings durch die anhaltende Diskussion um den US-Haushalt und eine mögliche Rezession untergraben. Die Festigkeit des Marktes war an Spekulationen um Importe von China in Höhe von 3,0, bis 4,0 Mio. t in den kommenden Wochen gekoppelt. Damit könnten die guten Exportzahlen der USA noch ausgebaut werden. Bis Ende vergangener Woche standen sie bei 75 Prozent der USDA-Vorhersage für das laufende Wirtschaftsjahr. Der Fünf-Jahres-Schnitt liegt bei 61 Prozent. Die Zahlen für Sojaschrot liegen bei 64 Prozent gegenüber einem Fünf-Jahres-Schnitt von 42 Prozent. Sojaöl überstieg sogar die Prognose des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums. Die tatsächlichen Exporte lagen bei 105 Prozent im Vergleich zum Fünf-Jahres-Schnitt von 32 Prozent.

Raps: Raps in Paris verlor nur leicht an Boden. Maximal 1,00€/t wurden für den Februar 2013 verbucht. Canola in Winnipeg dagegen konnte wieder Gewinne einstreichen.

Rohöl: Gestern mussten die Rohölpreise einen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben. Die Diskussion um den US-Haushalt nimmt an Schärfe etwas zu. Eine mögliche Rezession könnte die Nachfrage nach Öl dämpfen. Auch Gewinnmitnahmen nagten an den Kursen. Allerdings hatten gute Konjunkturdaten aus den USA zwischenzeitlich für eine deutliche Befestigung gesorgt. Heute Morgen ist wieder eine leichte Erholung zu erkennen. (dg)
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