Tageskommentar Rohstoffe: Festere Stimmung zum Sitzungsschluss

Eine einheitliche Tendenz war bei den Agrarmärkten gestern schwer zu erkennen. Deutliche Käufe beim Mais unterstützten schlussendlich die gesamten agrarischen Rohstoffe. Alle gingen mit Gewinnen aus den Sitzungen. Im Tagesverlauf tendierten sie aber zwischenzeitlich schwächer. Raps in Paris legte nur moderat zu. Rohöl zeigte sich auch uneinheitlich.

Weizen: Der Septemberweizen bekam in Chicago seinen Zuwachs mit Hilfe von Short-Abdeckungen, was dem Markt zu dem höchsten Schlusskurs seit dem 15. Juni verhalf. Eine schwache Exportnachfrage nach US-Weizen, ein fester Dollar und ein schwacher Aktienmarkt drückten allerdings die Kurse zu Beginn der Sitzung. Schlechtere Aussichten für den Sommerweizen in den USA und die Sorge, dass die Trockenheit in den südlichen Regionen auch in den kommenden Wochen anhalten könnte, wirkten wiederum unterstützend. Die wöchentlichen Erntebetrachtungen schätzten den Sommerweizen zu 70 Prozent als gut bis exzellent ein, 4 Prozentpunkte geringer als noch vor einer Woche. Die Wintergetreideernte ist zu 81 Prozent abgeschlossen, im Vergleich zu 88 Prozent im Zehn-Jahres-Schnitt um diese Zeit. In Paris verlor der Weizen an Wert.

Mais: Der Dezembermais schloss in Chicago deutlich fester nahe der Limit-up-Grenze mit über sieben Dollar. Dies ist erst das vierte Mal in der Geschichte des Kontraktes vorgekommen. Die Käufe fanden während der ganzen Sitzung statt trotz des deutlichen Einbruchs bei den Aktienmärkten, eines festeren Dollars, deutlich niedrigerer Zinssätze und schwacher globaler ökonomischer Neuigkeiten. Der negative Einfluss der externen Märkte und die Erkenntnis, dass die Bedingungen für den Aufwuchs in den vergangenen Wochen beständig waren, lösten zunächst auch eine schwache Eröffnung aus. Aber die Käufe führten bald auch die restlichen Getreidemärkte zu höheren Preisen. Händler sahen in der zweiten Wochenhälfte Regen und kühleres Wetter für die trockenen Regionen im mittleren Westen. Dies verhalf, die Ernteaussichten etwas entspannter zu sehen. Dennoch war andererseits weiter die Rede davon, dass die hohen Temperaturen im Juli einen negativen Einfluss auf die Erträge haben könnten und führte zu aktiven Käufen. So fand der Maispreis zur Tagesmitte den höchsten Stand seit dem 20. Juli. Auch die Nachricht, dass Iowa den heißesten Sommer seit 56 Jahren hat, unterstützte diese Entwicklung. In Paris war von der Festigkeit nichts zu spüren.

Sojakomplex: Der gesamte Sojakomplex ging gestern mit Gewinnen aus der Sitzung. Die Novemberbohne schloss deutlich höher und über der Bandbreite der vergangenen Sitzungen vor dem Absturz der Notierungen auf das niedrigste Niveau seit dem 12. Juli. Schlechtere Bedingungen für den Aufwuchs der Pflanzen in den vergangenen zwei Wochen unterstützten einen festeren Einstieg in die gestrige Sitzung. Allerdings leistete ein aktiver Verkauf der Fonds zur Tagesmitte einen Beitrag zur Schwäche. Regen, der den Erntestress zum Wochenende beruhigen könnte und die Aussicht auf normale Niederschläge in den kommenden 10 bis 15 Tagen übten weiteren Druck auf die Preise aus. Private Exporteure berichteten, dass die Lieferung von 550.000 t US-Sojabohnen für die Lieferung nach China in 2010/11 abgesagt und auf das folgende Wirtschaftsjahr verschoben wurde. Die wöchentliche Erntebetrachtung zeigt, dass 60 Prozent der Ernte in gutem bis exzellentem Zustand ist, im Vergleich zu 62 Prozent in der vergangenen Woche.

Raps: Canola in Winnipeg wurde von der Entwicklung bei Sojabohne und Sojaöl in Chicago beflügelt und schloss mit Gewinnen. In Paris legte der Raps nur moderat zu.

Rohöl: Auch die Rohölpreise tendierten gestern uneinheitlich. Während die Nordseesorte Brent am Nachmittag stieg, gab der Preis der US-Sorte WTI nach. Unsichere Märkte sorgten zunächst für Druck. Speziell die wirtschaftlichen Nachrichten aus den USA sorgen für Schwäche. (dg)
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