Tageskommentar Rohstoffe: Festerer Dollarkurs drückt auf Weizennotierungen

An der Matif gaben die Weizennotierungen bei schwächeren Vorgaben aus Übersee etwas nach. Die Weizenkurse in Chicago notierten unter dem Einfluss eines festeren US-Dollarkurses ebenso wie Mais  schwächer. Der Sojakomplex schloss neutral. Raps legte bei gestiegenen Rohölpreisen deutlicher zu.
 
Weizen: Nach festerer Eröffnung schlossen die Weizenkurse an der Matif mit Verlusten von 2,25 €/t für November. Die Schwäche resultierte aus den Vorgaben der Chicagoer Börse, an der sich die Weizennotierungen mit einem festeren US-Dollarkurs in den roten Bereich drehten. Gewinnmitnahmen nach den Kursgewinnen von etwa 7 Prozent der Vorwoche belasteten die Chicagoer Weizennotierungen zusätzlich. Der Markt ist der Ansicht von Analysten zu schnell hoch laufen und es gibt Stimmen, die die Gefahr von Trockenschäden für den US-Weizen für übertrieben halten. Die Bonitierung der US-Winterweizenbestände wurde gegenüber der Vorwoche um zwei Prozent in den Klassen gut bis sehr gut zurückgenommen.
 
Mais: Die Chicagoer Maisnotierungen schlossen nach einem vorbörslichen Zweijahreshoch im Parketthandel moderat schwächer. Rückläufige Weizenpreise, ein festerer US-Dollar und Verkäufe der Fonds belasteten die Kurse. Die Maisernte in den USA war am Wochenanfang zu 91 Prozent beendet. Die US-Ernte ist damit zügig vorangekommen, denn im Schnitt der vergangenen fünf Jahre waren zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 61 Prozent der Maisflächen geräumt. Man rechnet damit, das private Schätzungen die US-Maisernte erneut nach unten korrigieren. Die neue USDA-Schätzung wird erst am Dienstag kommender Woche veröffentlicht.
Mit Kursverlusten von 1,25 €/t für November schloss sich der Matif-Mais in schwächeren Weizennotierungen an.
 
Sojakomplex: Trotz einer volatileren Sitzung schloss der Sojakomplex mehr oder weniger unverändert. Die Sojabohnenernte in den USA ist zu 96 Prozent abgeschlossen und die Exportverladungen von Sojabohnen laufen auf Hochtouren. Für diese Woche wurden 1,64 Mio. t Bohnen für den Export angemeldet. Die Händler in Chicago sind noch nicht bereit, die Risikoprämie auszupreisen, auch wenn sich die Wetterbedingungen für die südamerikanische Sojabohnenernte verbessern. In den bisher zu trockenen Gebieten Brasiliens hat es geregnet und auch Argentinien kann sich nicht über mangelnde Niederschläge nicht beklagen. Die Furcht vor einem El-Niño Effekt schwächt sich ab.
 
Raps: Mit Kursgewinnen von bis zu 5 €/t unterstricht Raps an der Matif seine derzeitige Ausnahmestellung. Unterstützung gab es von festeren Rohölnotierungen. Aber auch der Einfluss Winnipeg könnte eine Rolle gespielt haben, denn am späten Nachmittag machten die Rapsnotierungen in Paris einen Satz nach oben.
In Winnipeg schlossen die Rapsnotierungen 3,60 Can-$/t für November fester. Spekulative Käufe der Fonds, gute Nachfrage der Crusher und verhaltene Verkäufe der Farmer beflügelten die Canola-Saat. Lediglich ein fester kanadischer Dollarkurs begrenzte die Gewinne.
 
Rohöl: Die Rohölpreise bewegten sich aufwärts und notierten 1,50 US-Barrel fester. Gute Konjunkturdaten aus den USA und vor allem aus China hoben die Stimmung der Finanzanleger. Es wird erwartet, dass die US-Notenbank den Geldhahn weiter auftreht, um die US-Wirtschaft zu stimulieren. Dies soll sich positiv auf die Rohölnotierungen ausgewirkt haben. (St)
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