Tageskommentar Rohstoffe: Festes Rohöl und Aktienkurse stimulieren Terminmarkt


Die Chicagoer Börse ließ sich von festeren Aktienmärkten und vor allem von steigenden Rohölnotierungen zu Kursgewinnen animieren. Die deutlichsten Notizgewinne verbuchte der Sojakomplex, aber auch US-Weizen notierte fester. Für Mais gab es in Chicago nur kleine Kursgewinne. An der Matif schlugen sich die externen Vorgaben nur in kleinen Notizgewinnen für Weizen und Raps nieder.
 
Weizen: Nach den vorangegangenen Notizverlusten gab es für den Matifweizen ein leichtes Plus. Von einem schwunghaften Handel oder Aufschwung der Preise konnte allerdings keine Rede sein. Das Handelsvolumen war dünn. Die EU-Kommission hat in dieser Woche 483.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen vergeben. Daran war Deutschland mit 220.000 t zu einem erheblichen Umfang beteiligt. Insgesamt haben sich die EU-Weichweizenexporte in dieser Saison auf 16,1 Mio. t summiert (Vorjahr 20,1 Mio. t)  
In den USA lagen die wöchentlichen Exportzahlen auf ähnlicher Höhe wie in der EU. Rund 70 Prozent der US-Exporte entfielen auf die neue Ernte. Die USDA-Exportprognose für die alte Ernte dürfte sich kaum erfüllen lassen, denn im Juni beginnt das neue Wirtschaftsjahr in den USA. Die Kurse an der Chicagoer Börse legten im Zeichen eines schwächeren US-Dollarkurses etwas zu. Vermutlich wurden Short-Abdeckungen getätigt.
Ägypten hat einen neuen Tender über einen Weizenimport von 120.000 t aufgemacht.
 
Mais: Trotz festeren Aktienkurse und dem strammen Anstieg der Rohölnotierungen schloss Mais in Chicago nur mit einem milden Plus. Händler führen dies auf einen lustlosen Handel zurück. Die wöchentlichen US-Exportzahlen lagen bei 1 Mio. t für die alte Ernte. Für die neue Kampagne hat China  Käufe storniert. Dies drückte auf die Stimmung, obwohl nach Ansicht von Analysten gute Aussichten für weitere Maiskäufe Chinas bestehen.
An der Matif legte Mais nach zwei Tagen mit rückläufigen Kursen bei lebhafteren Umsätzen wieder leicht zu.

Sojakomplex: Der Sojakomplex regierte am deutlichsten auf die festen externen Vorgaben. In den beiden vorangegangenen Tagen konnten die Sojabohnen 7,70 US-$/t zulegen. Auch Sojaschrot schloss freundlicher und zog für Juli über 5 US-$/t an. Neben Rohöl fand Soja Unterstützung durch feste Kassapreise und die engen US-Endbestände. Positionsbereinigungen vor dem langen Wochenende in den USA halfen den Notierungen zusätzlich.
China hat angedeutet, dass seine Importmöglichkeiten vorerst ausgeschöpft sind. Im Juni sollen die Sojabohnenimporte zwar mit 5,5 Mio. t einen neuen Monatsrekord erreichen, doch danach werden sich die Importe Chinas voraussichtlich abschwächen.
 
Raps: Die Notizgewinne von über 2 €/t konnte Raps an der Matif zwar nicht halten, doch mit einem kleinen Plus setzte sich der Aufwärtstrend fort. Bei dem in sich festen Rapsmarkt mobilisierten die anziehenden Rohölpreise keine zusätzlichen Preisimpulse. Der Raps scheint in der Tat ein Eigenleben zu führen und kann es sich leisten, auf stimulierende Vorgaben nicht zu reagieren.
Ganz anders Canola-Raps in Winnipeg. Dort treten die Rapsnotierungen mehr oder weniger auf der Stelle. Sie mussten bei einem festen kanadischen Dollarkurs und nach Liquidationen der Fonds Kursverluste von über 2 Can-$/t hinnehmen.
 
Rohöl: Die Rohölnotierungen an der Nymex setzen mit Notizgewinnen von 3 US-$/Barrel ihre Korrektur vom Vortag fort. Der schwächere US-Dollarkurs in Verbindung mit einer spürbaren Erholung der Aktienmärkte trieben die Kurse nach oben. Auch eine technische Gegenreaktion auf die vorangegangen Verluste werden von Analysten als Ursache für den strammen Kursanstieg genannt. (St)
stats