Tageskommentar Rohstoffe: Freundliche Stimmung an Börsen setzt sich fort


8.10.2009 Die Warenterminbörsen standen bei kleinen Kursgewinnen im Zeichen der Konsolidierung. An den US-Börsen konnten sich die wichtigen Agrarfutures gut behaupten. Auch an der Matif schlossen die Getreidenotierungen leicht im Plus. Raps notierte unverändert.
 
Weizen: Der Matifweizen zeigt Zeichen einer Konsolidierung, denn die Kurse konnten erneut leichte Gewinne verbuchen. Die November-Notierung erholte sich bis auf über 125 €/t. Das lebhafte Interesse am Weizen setzt sich fort, denn zur Wochenmitte kam es mit über 12.600 Abschlüssen zu gutem Geschäft. Die Zahl der offenen Positionen hat gegenüber dem Vortag um 4.550 Kontrakte zugenommen und bestätigt den Zufluss spekulativen Kapitals. Die freundlichere Tendenz an der Matif spiegelt sich an den europäischen Kassamärkten mit leichten Notizgewinnen wieder.
Kleinere Short-Abdeckungen führten den Weizen in Chicago zu moderaten Kursgewinnen. Nach dem Anstieg des Vortages ist der US-Weizen aus der Bandbreite ausgebrochen, in denen er in den vergangenen Wochen gehandelt wurden. Saudi-Arabien wird einen Tender über 550.000 t Weizen eröffnen.
 
Mais: Die Maisfutures in Chicago bewegen sich in einer stetigen Aufwärtstendenz, die durch den prognostizierten Frosteinbruch zum Wochenende gestützt wird. Gestern gab es nur kleine Gewinne und vor dem neuen USDA-Report am Freitag lassen sich keine großen Bewegungen erwarten. Es wird mit einer größeren US-Ernteschätzung für Mais gerechnet. Brasilien prognostiziert eine Maisernte von 51 bis 52 Mio. t, nachdem es im Vorjahr 50 Mio. t geerntet hatte.
Auch für den Matif-Mais gab es leichte Notizgewinne bei vergleichsweise guten Volumen. Die Zahl der offenen Positionen hat seit Wochenanfang um etwa 1.000 Kontrakte zugenommen und lässt auch für Mais etwas mehr spekulatives Interesse erkennen.
 
Sojakomplex: Anschlusskäufe beim Sojakomplex führten zu moderat höheren Preisen. Die Sojaschrotnotierungen führten den Sojakomplex mit einem Plus von knapp sechs US-$/t für den Oktober an. Sie profitierten von Spreads gegen das etwas schwächere Sojaöl. Die Bohnennotierungen standen im Spannungsfeld einer Rekordernte und Frostmeldungen sowie dem kleinen vorderen Angebot. Erst 75 Prozent der Sojabohnen waren am Wochenanfang reif. Brasilien rechnet in diesem Jahr mit einer Rekord-Sojabohnenernte zwischen 62,3 bis 63,3 Mio. t Im Vorjahr hatte Brasilien nur 57 Mio. t geerntet.
 
Raps: Bei kleinem Angebot an den physischen Märkten und hohen Kleinwasserzuschlägen am Rhein wird Raps am Kassamarkt nur in LKW-Partien gehandelt und erzielt Aufgelder. Der Rapshandel konzentriert sich auf die Matif. Dort beendete Raps die Sitzung mit einer Nullnummer. Für mehr reichten die Vorgaben des Sojakomplexes nicht aus, denn auch vom Rohöl gab es keine neuen Impulse. Die Rohölpreise gaben wieder etwas nach, sind aber schon wieder dabei, die Verluste zu kompensieren.
Die Börse in Winnipeg notierte den Canola-Raps mit einem leichten Minus. Ruhige Nachfrage an den Kassamärkten und Probleme beim Rapsschrot-Absatz in die USA drückten auf die Kurse. (St)
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