Tageskommentar Rohstoffe: Freundlicher Börsenstart ins neue Jahr


5.1.2010 Die breite Basis mit einem schwachen US-Dollarkurs, gestiegenen Rohölpreisen, ein festes Umfeld aller Commodities und Edelmetallen sowie höhere Aktienkurse bescherten den Getreide- und Ölsaatennotierungen einen freundlichen Börsenstart in das neue Jahr. Die deutlich höheren Weizennotierungen Chicago resultierten allerdings aus größeren Short-Abdeckungen. An der Matif setzte sich der stetige Aufwärtstrend bei Raps fort.
 
Weizen: Durch die festen externen Vorgaben legte Weizen in Chicago um fast 6 US-$/t zu. Vor allem der sehr schwache US-Dollarkurs und Short-Abdeckungen waren die Initialzünder. Die spekulativen Fonds halten immer noch große Short-Positionen und Glattstellungen sind für kurzfristige Notizgewinne gut. Auch der mögliche Einstieg der Indexfonds, die zu Jahresbeginn ihr Portfolio neu sortieren sollen, stützte die positive Stimmung. Insider-Kreise schätzten das Kaufpotenzial der Indexfonds auf je 16.000 bis 18.000 Kontrakte für Weizen und Sojabohnen. Dies wäre allerdings nicht sonderlich viel.
Marokko hat zum Jahresanfang einen Tender über 150.000 t Weichweizen aus der EU sowie 200.000 t Weichweizen und 150.000 t Durum aus den USA eröffnet.
An der Matif zeigte man sich wenig beeindruckt von der Weizenrallye in Chicago und kam über Kursgewinne von 1 €/t nicht hinaus.
 
Mais: Mit leichten Notizgewinnen profitierte Mais in Chicago nur verhalten von den externen Vorgaben und den festeren Rohölpreisen. Verkäufe der Farmer sollen die Gewinne begrenzt haben. Analysten sehen das Potenzial der Indexfonds für neue Maiskäufe zwischen 55.000 bis 57.000 Kontrakte. Möglicherweise haben sie in den vergangenen Wochen schon Käufe getätigt, denn mit 165 US-$/t für März ist das Preisniveau für Mais in den USA schon vergleichsweise hoch. Die offenen Positionen haben sich am Vortag signifikant verändert. Es blieb offen, wer hinter diesem Anstieg steckte. Die Ethanolproduktion in USA wächst stetig an, die jüngst veröffentlichten Zahlen für Oktober weisen gegenüber dem Vormonat ein Plus von über 2 Prozent und gegenüber dem Vorjahr fast 13 Prozent aus.
An der Matif gab es für den Frontmonat leichte Notizverluste, denn der Januarkontrakt 2010 hat heute seinen letzten Handelstag. Für März gab es dagegen ein Kursgewinn von 2 €/t und der Preis lag nur noch knapp unter 140 €/t.
 
Sojakomplex: Das Riesenfeuerwerk bei Sojabohnen blieb am ersten Handelstag des Jahres trotz der vielfältigen anregenden externen Vorgaben aus. Die anfänglich recht deutlichen Kursgewinne ließen sich bei Börsenschluss nach Gewinnmitnahmen nicht halten. Dennoch blieb unterm Strich ein moderates Plus für Sojabohnen und für Sojaschrot übrig. Die US-Exportanmeldungen für diese Woche waren mit über 877.000 t Sojabohnen passabel. In Südamerika sind die Wetterbedingungen für die heranwachsenden Sojabohnen in Argentinien nach ergiebigen Niederschlägen sehr gut. In Nord- und Zentralbrasilien gab es ebenfalls Regen, während es in den südbrasilianischen Sojaanbaugebieten allerdings zu nass ist.
 
Raps: Die Rapsnotierungen setzten ihre stetige Aufwärtsbewegung mit Kursgewinnen von 3 €/t für die beiden vorderen Termine an der Matif fort. Der Februar notierte bereits über 290 €/t. Für die neue Ernte fielen die Notizgewinne sogar noch deutlicher aus, denn der Februar 2011 hat bereits die 300er-Linie überschritten. Die Tendenz sieht freundlich aus.
In Kanada gab es nur minimale Notizgewinne für Canola-Raps. Die festeren Einflüsse von Palmöl- und Sojaöl wurden durch einen starken Can-$ weitgehend unterdrückt.
 
Rohöl: Der stramme Anstieg der Rohölpreise setzte sich mit Kursgewinnen von über 2 US-$/Barrel fort. Heute Morgen bewegen sich die Preise bereits auf die 82-US-$ zu. Ein schwächerer US-Dollarkurs und Spekulation über einen Mehrverbrauch von Öl durch die sehr kalte Witterung in weiten Teilen der USA bei weiter fallenden Heizölbeständen müssen als Ursache für den Preisanstieg herhalten. Auch Brent-Crudeöl stieg deutlich über 80 US-$/Barrel. Die besseren Konjunkturdaten in den USA und vor allem die anziehende Konjunktur China werden ebenfalls als Erklärung für die Rallye angeführt. Der anhaltende Streit zwischen Russland und Weißrussland über neue Lieferverträge und die Transitgebühren für die Pipeline nach Westeuropa stimulieren die Preise zusätzlich. (St)
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