Tageskommentar Rohstoffe: Freundlichere Stimmung an Börsen setzt sich fort


In Chicago bestimmen die Aktivitäten der Fonds die Weizenfutures. Mit Shortabdeckungen trieben sie die Weizenpreise nach oben. An der Matif setzt sich die stetige freundlichere Tendenz für Weizen fort. Mais legte ebenfalls moderat zu. Die Sojabohnen- und Schrotnotierungen bewegen sich weiter in Richtung Norden. Die Rapskurse an der Matif verbuchten leichte Zugewinne. Rohöl notiert im Schlusskurs nahezu unverändert.

Weizen: Die festere Tendenz für den Matif-Weizen setzte sich mit leichten Kursgewinnen fort. Die Weichweizenexporte aus der EU halten sich in etwa auf dem Niveau der vergangenen Wochen. In dieser Woche hat die EU-Kommission 309.000 t neue Exportlizenzen für Weichweizen erteilt. Die Beteiligung Deutschlands mit 65.000 t daran ist derzeit eher dürftig.
An der Chicagoer Börse gab es die nächste Rallye beim Weizen, wiederum ausgelöst durch Short- Eindeckungen der spekulativen Fonds. Die Shorts der Spekulanten bleiben erheblich und bei fehlenden fundamentalen Impulsen haben die Eindeckungen die US-Weizenpreise immerhin auf den Höchststand seit sieben Wochen gebracht. Doch unabhängig von der Technik sieht die Tendenz für Weizen etwas freundlicher aus.
Der IGC rechnet für die neue Saison zwar unverändert mit einer 17 Mio. t kleineren globalen Weizenernte gegenüber dem Vorjahr, sieht aber ein Anstieg der Endbestände um 3 Mio. t.
 
Mais: Lebhafte Aktivitäten der Fondsgesellschaften sowie der übergreifende Einfluss von festeren Soja- und Weizennotierungen stützen die Maispreise in Chicago. Auch sogenannte Bullen-Spreads, bei denen vorderen Termine gekauft und hintere Termine verkauft werden, halfen den Maispreisen. Die sehr guten Exportzahlen von fast 1,5 Mio. t rundeten die freundlichere Stimmung bei Mais ab.
Mit einer globalen Maisernte von 809 Mio. t für 2010/11 geht der IGC von einer optimistischen Ernteschätzung aus. Der Zuwachs von 13 Mio. t gegenüber dem Vorjahr relativiert sich aber, denn die Endbestände sollen um 8 Mio. t zurückgehen. 
Die Maiskurse an der Matif zogen für die alte Ernte noch einmal leicht an, während die Termine ab November etwas nachgaben. In dieser Saison hat die EU Maisimporte von 2 Mio. t getätigt, dem stehen Exporte von 1 Mio. t gegenüber. Im Vorjahr lagen die Maisimporte zu diesem Zeitpunkt etwa 1,5 Mio. t über den Ausfuhren.
 
Sojakomplex: Mithilfe guter Unterstützung durch Fonds-Käufe zogen die Sojabohnennotierungen und die Sojaschrotpreise an der Chicagoer Börse um etwa 3 US-$/t an. Inzwischen hat auch der Frontmonat Mai bei Sojabohnen die psychologische Hürde von 10 US-$/Bushel überschritten. Dies dürfte die Fonds zusätzlich stimuliert haben. Mittelfristig sehen Analysten zwar die Aussichten durch die südamerikanische Sojabohnenernte und Rekordaussaatfläche in den USA bärisch, doch noch ist davon nichts zu spüren. Die engen US-Endbestände und logistischen Schwierigkeiten in Südamerika werden als Argumente für den Preisanstieg ins Feld geführt. Die wöchentlichen US-Exportzahlen von über 308.000 t Sojabohnen für die alte Saison fielen besser als erwartet aus.

Raps:
Die Rapsnotierungen in Paris ließen sich nur kurzfristig von den zwischenzeitlich schwächeren Rohölnotierungen beeindrucken. Mit einem Plus von 1,75 €/t für die alte und 1 €/t für die neue Ernte erholten sie sich postwendend, als auch Rohöl die Verluste kompensierte. Der Spread zwischen alten neue Ernte ist mit 19 €/t auf eine ungewöhnlich hohen Differenz angestiegen.
In Winnipeg ist von einer Rapshausse nichts zu spüren, die Kurse gaben trotz festerem Sojakomplex noch einmal leicht nach. Gute Aussaatbedingungen für den Canola-Raps und verhaltene Exportaussichten drückten die Kurse. Nach dem Anstieg der europäischen Rapspreise liegen die Canolanotierungen in Winnipeg für Mai etwa 36 €/t niedriger als die Rapskurse an der Matif.
 
Rohöl: Nachwirkungen der deutlich angestiegenen US-Lagerbestände drückten die Rohölnotierungen in New York zwischenzeitlich knapp 2 US-$/Barrel ins Minus. Die Kurse erholten sich jedoch schnell und ließen sich auch von einem festeren US-Dollarkurs nicht beeindrucken. Ein signifikant stärkerer Verbrauch von Rohöl wird derzeit nur von China berichtet. Dort stieg der Verbrauch im März gegenüber dem Vormonat um über 12 Prozent an. (St)
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