Tageskommentar Rohstoffe: Freundlichere Stimmung an den Terminmärkten

An den Terminmärkten war die Stimmung für alle Produkte etwas freundlicher und wurde durch einen schwächeren US-Dollarkurs unterstützt. Die Weizennotierungen in Chicago und an der Matif konnten sich ebenso wie Mais etwas erholen und schlossen fester. Auch die Ölsaaten Soja und Raps reihten sich mit Kursgewinnen ein. Rohöl schloss mit leichten Notizgewinnen.
 
Weizen: Nach vier schwachen Sitzungen hintereinander zeigten die Weizennotierungen an der Matif leichte Zeichen der Erholung. Die Kurse zogen bis zu 3,50 €/t an. Die Weizenernte in Frankreich und Deutschland kommt nicht voran. Es mehren sich Befürchtungen über Qualitätseinbußen auf den frühen Standorten, wo der Weizen schon reift ist.
In Chicago gab es nach einer durchwachsenen Sitzung ebenfalls kleinere Kursgewinne für Weizen, der sich ins Plus drehen konnte. Der schwache US-Dollar bot Unterstützung. Auch die festeren Mais- und Sojanotierungen färbten ab. Die US-Winterweizenernte ist zu 75 Prozent abgeschlossen, der Erntestand liegt aber unter dem Schnitt der Vorjahre.
Ägypten hat 120.000 t Weizen in Russland gekauft. Die Prognosen für die russische Weizenernte wurden von der Russischen Getreideunion auf 58 Mio. t angehoben. Australien rechnet in diesem Jahr mit einer Weizenernte von mehr als 26 Mio. t und damit mit einem großen Weizenernte wie im Vorjahr. Vor allem die Flächen für Qualitätsweizen sollen in Australien deutlich ausgedehnt worden sein.
 
Mais: Mais profitierte in Chicago zur Abwechslung mal wieder von größerem Kaufinteresse der Fonds und von festeren übrigen Commodities. Ein schwächerer US-Dollarkurs und vor allem die zurückgenommene Bonitierung der Feldbestände in den USA ließen die Kurse über 4 US-$/t im Plus schließen.
In Paris konnten sich die Maisnotierungen mit kleinen Notizgewinnen gut behaupten.
 
Sojakomplex: Die Sojabohnen waren mit Notizgewinnen von über 6 US-$/t das stärkste Produkt auf dem Chicagoer Börsenparkett. Auch Sojaschrot zog mit nach oben und notierte über 5 US-$/t fester. Der Dezemberkontrakt für Sojaschrot markierte mit 407 US-$/t sogar ein neues Kontrakthoch. Die rückläufige Bonitierung der US-Sojabohnenbestände und durchwachsene Wetteraussichten im mittleren Westen gaben den Kursen Auftrieb. Im Norden des Mais- und Sojabohnengürtels verbessern Niederschläge zwar die Wachstumsbedingungen, doch im zentralen und südlichen Teil des Mittleren Westens deutet sich nach den Wettermodellen eine neue Hitzewelle an.
 
Raps: Die Rapskurse an der Matif schlossen sich nach einer volatilen Sitzung der freundlicheren Tendenz der übrigen Märkte mit Kursgewinnen bis zu 3,25 €/t an. Für den August gab es nur ein kleineres Plus von 1,75 €/t. Zwischenzeitlich sah es allerdings nach einem weiteren Einbruch aus, denn die Rapskurse fielen teilweise bis zu 9 €/t in den roten Bereich. Das Handelsvolumen war erneut außergewöhnlich groß. Die offenen Positionen haben sich am Wochenanfang um 3.600 Kontrakte abgebaut. Dies könnte zumindest ein Erklärungsansatz für Einbruch am Wochenanfang sein.
Auch in Winnipeg erholten sich die Canola-Notierungen etwas und schlossen um die 3 Can-$/t fester.
 
Rohöl: WTI- und Brent-Rohöl beendeten die Sitzung mit kleinen Kursgewinnen und profitierten in erster Linie von dem schwachen US-Dollarkurs. Der Haushaltsstreit über die Schuldenkrise in den USA ließ Dollar-Index fallen. (St)
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