Tageskommentar Rohstoffe: Frontmonat bei Maisfutures wechselt


Uneinheitlich schlossen die Weizenkurse diesseits und jenseits des Atlantiks. In Chicago gab es ein kleines Minus, in Paris konnte der März mit technischen Kursgewinnen punkten. Die Maisnotierungen zogen etwas an. An der Matif hat sich der Frontmonat März mit Kursgewinnen vom Börsenparkett verabschiedet. Die Sojabohnennotierungen schlossen erstmals nach elf Börsentagen im leicht roten Bereich. Dagegen zeigten sich die Rapskurse an der Matif ebenso wie die Rohölnotierungen behauptet.
                                 
Weizen: An der Matif schloss der März erneut mit technischen Kursgewinne von 3,50 €/t, denn am Montag kommender Woche läuft der März-Kontrakt aus. Unterschwellig gibt es Unterstützung durch Befürchtungen über Auswinterungsschäden beim Weizen.
In Chicago gaben die Weizenpreise etwas nach. Im Gegensatz zu den Vortagen gab es keine Schützenhilfe durch Shortabdeckungen der spekulativen Fonds. In den USA richtet sich der Fokus des Marktes verstärkt auf die Wetterbedingungen für die heranwachsende Weizenernte. In den Weizenanbaugebieten soll es an Bodenfeuchtigkeit fehlen.
Der Iran soll mit Russland und Indien über Weizenkäufe verhandeln, bevor die Handelsrestriktionen Europas wirksam werden. In der Vorwoche hatte der Iran 120.000 t Weizen in den USA gekauft.
 
Mais: In Chicago erhielt Mais kurzfristige Impulse von Spreads zwischen Soja und Mais. In diesem Zuge wurden Sojabohnenkontrakte verkauft und Mais gekauft. Die Kurse konnten sich etwas befestigen. Die offenen Positionen der Chicagoer Maisfutures stiegen erneut kräftig an. Für die Vorwoche hat die Börsenkommission erneut eine Zunahme der netto-Long-Positionen durch die spekulativen Anleger errechnet.
China geht davon aus, dass die kommende Reis- und Getreideernte 8 Prozent kleiner als im Vorjahr ausfallen könnte.
An der Matif verabschiedete sich der Märzkontrakt mit einem Plus von 3,25 €/t und einem Schlusskurs von 208,50 €/t vom Börsenparkett. Neuer Frontmonat ist nun der Juni, der knapp 1 €/t über dem März notierte.
 
Sojakomplex: Erstmals nach elf Handelstagen schloss der gesamte Sojakomplex in Chicago unter roten Vorzeichen. Die Notizverluste für die Bohne hielten sich allerdings in Grenzen, für Sojaschrot gab es nur ein minimales Minus. Die günstigeren Witterungsbedingungen für die südamerikanischen Sojabohnenernten werden für die kleine Preiskorrektur ins Feld geführt. Allerdings folgen die Sojaölnotierungen schon seit Tagen nicht mehr dem festen Trend der Bohnen
 
Raps: Die Rapsnotierungen an der Matif zeigten sich stabil und verbuchten trotz des schwächeren Umfeldes einen kleinen Kursgewinn für die alte Ernte. Die neue Ernte schloss für die beiden vorderen Termine neutral. In Winnipeg legten die Canola-Notierungen wieder deutlicher zu.
 
Rohöl: Nach einer durchwachsenen Sitzung schlossen die Rohölnotierungen gerade so im grünen Bereich. Schwache Aktienmärkte und gedämpfte Erwartungen an das künftige chinesische Wirtschaftswachstum drückten auf die Kurse. China erwartet in den kommenden Jahren "nur" noch ein noch ein Wirtschaftswachstum  von 7,5 Prozent. Der Iran bleibt mit seinem Atomprogramm weiterhin für hohe Rohölpreise gut. Es wird inzwischen nicht ausgeschlossen, dass der Iran in der Vorwoche die Falschmeldung über eine Explosion einer saudi-arabischen Ölpipeline bewusst gestreut hat, um die Rohölpreise nach oben zu treiben.
Die spekulativen Anleger haben ihre netto-long-Positionen an den Rohölbörsen in der vierten Woche hintereinander aufgestockt. (St)
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